Zeitung Heute : Jede freie Minute ausnutzen

Maren Büttner bringt Promotion und Kind unter einen Hut

Katja Winckler

Mit Geschlechterforschung beschäftigt sich Maren Büttner nicht nur im Rahmen ihrer Doktorarbeit. Sie wird damit auch im weitesten Sinne praktisch konfrontiert – täglich. Die 34-jährige Göttinger Historikerin zieht mit ihrem Freund einen zweieinhalbjährigen Sohn groß. Und der will rund um die Uhr versorgt sein, auch wenn Tagungen, Konferenzen und Kolloquien rufen. Die Zeit für ihre Doktorarbeit über Deserteurinnen im Zweiten Weltkrieg ist knapp bemessen: Zwei Tage arbeitet Maren Büttner in der Göttinger Universitätsbibliothek am Fachreferat für Angloamerikanische Geschichte.

In dieser Zeit kümmert sich ihr Lebensgefährte um das Kind, an den anderen drei Tagen ist der Sohn vormittags bei einer Tagesmutter. Maren Büttner kann sich in dieser Zeit, nachmittags, wenn ihr Sohn schläft, und wieder abends an den Schreibtisch setzen. Eine Arbeit mit vielen Unterbrechungen. Das ist für sie nicht immer einfach, „denn zum Schreiben braucht man Ruhe. Das geht meist nicht ad hoc“. Auf der anderen Seite habe sie aber auch gelernt, in jeder freien Minute konzentriert zu arbeiten. Mehr macht ihr das berufliche Fortkommen und ihr Status als Mutter im Unibetrieb zu schaffen. „Als Frau mit Kind wird man in diesem Umfeld nicht mehr so ernst genommen wie vorher. Viele Kolleginnen verzichten daher auf Kinder, um beruflich nicht den Anschluss zu verlieren.“ Absolutes Muss, um die Kindererziehung mit Uni und Haushalt organisieren zu können: eine gut funktionierende Partnerschaft.

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