Zeitung Heute : Jeder Bürger soll Computer überprüfen Zehntausende könnten bald ohne Netz sein

Jan Garcia

Berlin - Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt Internetnutzer vor einer Schadsoftware, die demnächst in Tausenden Haushalten für einen Ausfall des Internetzugangs sorgen könnte. Allein in Deutschland sind nach Angaben der US-Bundespolizei FBI bis zu 33 000 Computer mit dem Trojaner namens „DNSChanger“ befallen. Weltweit sind rund vier Millionen Rechner in 100 Ländern betroffen.

In Umlauf gebracht wurde die Schadsoftware von Internetkriminellen über das „DNSChanger-Botnet“, einem Rechnerverbund gekaperter Computer, der für kriminelle Zwecke genutzt wird. Das Programm manipuliert bei den betroffenen Windows- und Mac-Systemen die Zugangseinstellungen zum Internet und leitet Nutzer beim Besuch bekannter Internetseiten unbemerkt auf betrügerische Websites um, auf denen etwa illegale Medikamente verkauft oder durch „Klickbetrug“ werberelevante Besucherzahlen manipuliert werden. Um die Nutzer umzuleiten, ändert der Trojaner im Rechner die Adresse für den DNS-Server, einer Art Internettelefonbuch, das leicht zu merkende URLs wie www.parlament-berlin.de in die zugehörigen numerischen IP-Adressen wie 212.121.136.1 umwandelt.

Die Betreiber des Netzwerks wurden im November 2011 in einer gemeinsamen Aktion von FBI und europäischen Ermittlungsbehörden verhaftet. Zwar wurden die manipulierten DNS-Server mit der Ergreifung der Betreiber vom FBI durch korrekt arbeitende Verzeichnisserver ersetzt. Doch diese Ersatzserver werden am 8. März abgeschaltet. Spätestens dann treten bei weiterhin befallenen Rechnern Verbindungsprobleme mit dem Internet auf.

Deshalb sollten alle Internetnutzer durch einen Besuch der gemeinsam vom BSI, dem Bundeskriminalamt und der Deutschen Telekom betriebenen Webseite www.dns-ok.de überprüfen, ob ihr Rechner befallen ist. Wird die Seite über einen infizierten Rechner aufgerufen, erscheint eine rote Warnmeldung mit Hinweisen zur Entfernung der Schadsoftware und zur Wiederherstellung der korrekten Netzwerkeinstellungen. Bei nicht betroffenen Computern erscheint ein grüner Entwarnungshinweis. Jan Garcia

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