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Jetzt wird`s bunt : Think Pink

05.10.2012 00:00 Uhrvon
"Design löst keine Probleme, aber es sorgt für rigorose Verschönerung unserer Umwelt", meint Karim Rashid.Bild vergrößern
"Design löst keine Probleme, aber es sorgt für rigorose Verschönerung unserer Umwelt", meint Karim Rashid. - Foto: promo

Karim Rashid hat eine Vorliebe für weiche Formen und knallige Farben. Möbel, Schuhe und Hotels designt er im Akkord.

Wo ist die weiße Brille? Und das pinkfarbene Hemd? Karim Rashid sieht auf seinen neuen Pressefotos fast bürgerlich aus, schwebt der New Yorker doch sonst in exzentrischen Outfits über Messen und Ausstellungseröffnungen. Was sich nicht geändert hat, ist die Arbeitswut des 52-Jährigen. Uhren, Gummistiefel, Schlüsselanhänger, Leuchten, Stühle, Tische, eine Kreditkarte, ein Waschbecken, eine U-Bahn-Station, ja sogar ein Dildo sind nur einige Dinge, die in seinem Studio 2011 und 2012 entstanden. Seit seinem Durchbruch Mitte der neunziger Jahre, als er den Plastikpapierkorb „Garbo Can“ herausbrachte, hat er mehr als 3000 Produkte entworfen.

Dass darunter auch eine Flasche für einen Aktiv-Drink ist, könnte man fast metaphorisch verstehen.

Seine eigene Biografie führte Karim Rashid einmal um den Erdball. Geboren wurde er in Kairo. Im kanadischen Ottawa studierte er Industriedesign. Mit einem Stipendium ging er nach Italien und arbeitete für Ettore Sottsass und Rodolfo Bonetto, bevor er in die USA zurückkehrte und dort an verschiedenen Unis unterrichtete. 1993 eröffnete er sein eigenes Studio in New York.
Nicht nur sein exzentrisches Äußeres hebt ihn von den Kollegen ab, auch seine Entwürfe, die ihm mehr als 300 Designpreise einbrachten. Seine Kritiker behaupten, er lasse sich gerne von Klassikern inspirieren. Er selbst nannte den deutschen Auto- und Industriedesigner Luigi Colani als Vorbild.

Der Sessel „Matryoshkarim Nesting Furniture“ entstand für das finnische Label Punkalive.Bild vergrößern
Der Sessel „Matryoshkarim Nesting Furniture“ entstand für das finnische Label Punkalive. - Foto: Punkalive

Die Farbe Pink trägt er nicht nur gern am Leib, sie bestimmt auch die von ihm gestalteten Räume und Produkte. Sie haben weiche Konturen, erinnern an Seifenblasen oder Marshmellows: Für die Champagnermarke Veuve Clicquot gestaltete er einen geschwungenen Doppelsitzer mit Platz für den Champagnerkühler in der Mitte. Auch der „Inkline Chair“ für Cierre Imboti zeichnet sich durch eine weiche Kontur und ein kräftiges Pink aus. Und die Tapeten, die er für die deutsche Firma Marburg entwarf, tragen psychedelische Muster auf schwarzem oder rosa Hintergrund.

"Matryoshkarim" kann ähnlich wie die traditionellen russischen Steckpuppen aus- und wieder ineinander geschachtelt werden.Bild vergrößern
"Matryoshkarim" kann ähnlich wie die traditionellen russischen Steckpuppen aus- und wieder ineinander geschachtelt werden. - Foto: Punkalive

Nicht immer kommt Karim Rashids Vorliebe für Barbie-Töne gut an. Als er zu Beginn seiner Berufslaufbahn den Anschaltknopf einer Bohrmaschine für Black&Decker in seiner Lieblingsfarbe gestalten wollte, handelte er sich einen Korb ein – mit der Begründung: Der war schon immer orange. Gegen solche Auffassungen rebelliert Rashid: „Ich möchte mit meiner Arbeit Menschen von Nostalgie, antiquierten Traditionen, Ritualen, Kitsch und Bedeutungslosigkeit befreien“, sagt er.

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