Zeitung Heute : Julius Viel: Zwölf Jahre Haft für SS-Mann

Wegen Mordes an sieben jüdischen KZ-Häftlingen hat das Landgericht Ravensburg am Dienstag den früheren SS-Untersturmführer Julius Viel zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 83-Jährige im Frühjahr 1945 an einem Panzergraben nahe der tschechischen Stadt Leitmeritz die sieben Häftlinge erschossen hatte. Richter Hermann Winkler sagte, der Angeklagte habe damals aus Mordlust und niedrigen Beweggründen gehandelt.

"Der Angeklagte kannte die Menschen nicht", sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Er habe die sieben Häftlinge vorsätzlich getötet. Dafür habe es keinen Befehl gegeben. Mit dem Urteil blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Sie hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert, weil sie den Kronzeugen der Anklagebehörde, den früheren kanadischen Professor Adalbert Lallier, für unglaubwürdig hielt. Die Verteidigung hatte in ihrem Plädoyer kritisiert, dass Lallier mehrere Jahrzehnte über die Tat geschwiegen hatte.

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