Zeitung Heute : "Jump": Jugend-Jobprogramm wird fortgesetzt

fmk

Das Sofortprogramm gegen Jugendarbeitslosigkeit wird bis 2003 fortgeführt. Jedes Jahr stehen dafür weitere zwei Milliarden Mark zur Verfügung. "Die neuen Bundesländer werden von nun an statt 40 Prozent die Hälfte der Fördermittel erhalten", sagte Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) am Montag in Berlin bei einer Zwischenbilanz des Programms. Bisher sei es gelungen, 268 000 arbeitslosen Jugendlichen neue Perspektiven zu eröffenen.

Im Dezember 1998 verabschiedete Riester das Sofortprogramm zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit ("Jump"). Die Bundesregierung stattete es bis 2001 mit sechs Milliarden Mark aus. Die Arbeitslosenquote unter den Jugendlichen sank in diesem Zeitraum von zwölf Prozent auf 9,5 Prozent. Es entstanden mehr als 25 000 Ausbildungsplätze. "Ein Teil der Jugendlichen erschien von ihrem Sozialverhalten her nicht geeignet, sich in ein Unternehmen einzufügen", sagte Riester. Diesen Jugendlichen habe das Programm mit sozialpädagogischer Betreuung geholfen, integrierbar zu werden. Praktika und Zusatzqualifizierung hätten die Teilnehmer an die Arbeit im Betrieb herangeführt. So habe Jump den Jugendlichen eine Brücke ins Arbeitsleben gebaut. Vor allem im Osten sollen sie nun auch dann Unterstützung erhalten, wenn sie umziehen müssen, um eine Stelle anzutreten.

Doch nur ein Viertel der Jugendlichen hat jetzt einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz, der nicht subventioniert ist. Ein weiteres Viertel ist in die Arbeitslosigkeit zurückgerutscht. Rund die Hälfte hat einen bezuschussten Ausbildungsplatz oder eine Stelle bei einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. "Aber es ist relativ viel, dass 75 Prozent der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt eingebunden sind", sagte Riester. Es gebe einen harten Kern von Jugendlichen, die lange Zeit arbeitslos sind. Das Projekt habe begonnen, diesen harten Kern aufzulösen. Jump habe hierfür Jugendliche überproportional gefördert, wenn sie benachteiligt sind oder einen schlechten Schulabschluss haben.

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