Zeitung Heute : Justizsenatorin liegt im Krankenhaus

Der Tagesspiegel

Politiker sind im Urlaub immer auf Abruf eingestellt. Aber nicht die Politik machte der Bürgermeisterin und Justizsenatorin Karin Schubert einen Strich durch die Urlaubsrechnung, sondern ein Osterspaziergang. Am Karfreitag verabschiedete sie sich für eine Woche in ihr Haus in Neubrandenburg. Am Ostersonntag stolperte sie beim Waldspaziergang mit dem Ehemann und den beiden Hunden so unglücklich, dass sie sich kompliziert den rechten Fuß brach. Statt der schnellen Rückkehr muss sie eine mindestens vierwöchige Zwangspause einlegen, davon eine Woche im Krankenhaus bei Neubrandenburg. Am Donnerstag früh wurde sie operiert.

André Schmitz, Chef der Senatskanzlei, sandte im Namen des Senats und des auf Mallorca urlaubenden Regierenden Bürgermeisters herzliche Genesungswünsche, damit sie bald wieder „mit der ihr eigenen Energie und Robustheit die Arbeit des Senats beflügelt“. Die Amtsgeschäfte der Senatorin führt nun ihr Staatssekretär Christoph Flügge. Nur eine Menge Schubertscher Termine mussten abgesagt werden – vom Grußwort zum 50-jährigen Bestehen des Zentralverbandes der Kartoffelgroßhändler (das schriftlich übermittelt wird) bis zur Eröffnung einer Ausstellung über die DDR-Justiz in der Gedenkstätte Hohenschönhausen und zum Fußballspiel in der Jugendstrafanstalt.

Brisantes steht in der Justizpolitik wohl nicht an. Flügge muss nur die kitzelige Aufgabe bewältigen, den Justizetat bei den parlamentarischen Haushaltsberatungen ebenso standfest zu verteidigen, wie es seiner Chefin gegenüber Finanzsenator Thilo Sarrazin geglückt ist. Und die SPD ist betrübt, weil Karin Schubert (57, SPD) nicht selbst an der Haushaltsklausur der Fraktion teilnehmen kann. Doch Flügge ist schließlich ein alter Bekannter auf der politischen Bühne. Gru

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