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Zeitung Heute : Kandidat Gauck entzweit die Koalition

20.02.2012 00:00 UhrVon R. Birnbaum, C. Tretbar

Einstimmiges Votum des FDP-Präsidiums für Wulff-Nachfolge düpiert die Union – Kanzlerin Merkel lädt Opposition zum Gespräch.

Berlin - Bei der Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff hat sich die Koalition am Sonntag über den Kandidaten Joachim Gauck zerstritten. Als am Nachmittag die Uneinigkeit zwischen Union und FDP eskalierte, lud Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Spitzen von Koalition und Opposition ohne einen schwarz-gelb abgestimmten Vorschlag für den Abend zu einem Gespräch ein.

Zuvor hatte sich die FDP klar für Joachim Gauck ausgesprochen. Das Präsidium der Liberalen fasste einen einstimmigen Beschluss für den ehemaligen DDR- Bürgerrechtler. Die Union aber lehnte den liberalen Vorschlag unmittelbar nach dem Präsidiumsbeschluss der FDP ab.

Auch am Sonntag konnten sich CDU, CSU und FDP zunächst nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen. In der Union wurde, wie es hieß, der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer und der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Wolfgang Huber, favorisiert. Doch gegen beide sperrte sich die FDP. In Töpfer, hieß es, sähen die Liberalen ein Signal für ein schwarz-grünes Bündnis auf Bundesebene. Dasselbe gelte auch für die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth, die kurzzeitig im Gespräch war. Huber gilt in der FDP als zu SPD-nah. Gauck wiederum gilt in weiten Teilen der Union als Eingeständnis eines Fehlers bei der Wahl vor zwei Jahren, als man ihn ablehnte und sich für Christian Wulff entschied. Allerdings gab es 2010 auch Unionsabgeordnete, die die Wahl Wulffs nicht als Zeichen der Ablehnung Gaucks verstanden wissen wollten.

Nicht auszuschließen war am Sonntagnachmittag, dass es noch einen bisher unbekannten Kandidaten geben könnte. In der Union hieß es, man sei weiter an einem „parteiübergreifenden Konsenskandidaten“ für die Nachfolge von Christian Wulff interessiert.

Bei SPD und Grünen gilt Joachim Gauck als klarer Favorit, allerdings wurden am Wochenende bei den Sozialdemokraten auch Sympathien für den Ex-Bischof Huber erkennbar, während die Grünen diesen Kandidaten nicht favorisierten. In der SPD hieß es am Sonntagnachmittag, dass man Gauck, solang er im Rennen sei, unterstützen werde. Ein klares Nein gab es bei SPD und Grünen hingegen für einen aktiven schwarz-gelben Politiker.

Neben dem Streit um die Nachfolge von Ex-Bundespräsident Wulff wird auch weiter über den Ehrensold des zurückgetretenen Staatsoberhauptes gestritten. Der ehemalige Präsident Walter Scheel rät Christian Wulff, auf die Altersbezüge für ausgeschiedene Staatsoberhäupter zu verzichten. „Ich wünsche mir, dass Christian Wulff als Bundespräsident a. D. klug genug ist und auf seinen Ehrensold verzichtet. Damit könnte er beim deutschen Volk verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen“, sagte Scheel der „Bild am Sonntag“. Über den Ehrensold wird der Bundestag beziehungsweise der Haushaltsausschuss des Bundestages entscheiden.

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