Zeitung Heute : Kann sie singen?

R.Rhode

Die zweite Woche kubanischer Musik im Tempodrom Kubanischer Salsa ist eine moderne Mixtur aus schmetternden Trompeten, hochfahrendem Piano und eingestreutem Rap-Gesang.Auch Bamboleo, eine junge Band aus Havanna, schlägt in diese Kerbe.Die kahlen Köpfe der beiden Sängerinnen setzen dabei zunächst einen ungewohnten Akzent - Revolte aus den Vorstädten oder nur Kaprice fürs Nachmittagsfernsehen? Die Show auf der Bühne jedenfalls bleibt konventionell.Mit stark inbrünstiger Balladengestik und Clap-your-hands-Gehabe wirken Sängerinnen und Sänger wie eifrige Musikhochschulabsolventen.Der Gesang, sowohl als Soul-Imitat von La India, Gloria Estefan oder Celia Cruz als auch als männliche Rap-Einlage vorgetragen, bleibt hin und wieder auf der Strecke.Dafür rotieren die weiblichen Hüften umso stärker.Und: Wird nicht auch Manolon, dem kubanischen Exportschlager in Sachen Salsa, nachgesagt, er könne nicht singen? Der allerdings schreibt, ebenso wie die erfolgreiche Charanga Habanera, seine alltagssatirischen Texte selbst.Bamboleo dagegen setzen auf Pop und Percussion, hippe Kahlschädel und tänzerischen Ausdruck.Dabei besteht die Band aus hervorragenden Musikern, die in einem komplex arrangierten Latin-Jazz-Stück als Solisten erfrischend hervortreten können.Doch wie es scheint, befinden sich Bamboleo noch auf der Suche nach eigenem Profil, um sich endgültig aus der Masse der kubanischen Salsa-Sternchen abzuheben. Im Tempodrom, heute und morgen ab 21 Uhr 30, Sonntag ab 16 UhrR.Rhode

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