Zeitung Heute : Karies

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Der Zahnschmelz ist das härteste Material im menschlichen Körper, undurchdringlich ist er nicht. Es handelt sich vielmehr um ein mikrofeines Gitter aus verschiedenen Mineralien. In der Mundhöhle befinden sich nun Bakterien, die vom Zucker leben, den wir mit der Nahrung aufnehmnen, ihn in einer Art Verdauungsvorgang in Säure umwandeln. Die Säure wird dort, wo sie entsteht neutralisiert, indem bestimmte Mineralien, vor allem Phosphat und Calcium, aus dem Zahnschmelz herausgelöst werden. Diesen Vorgang nennt man Demineralisation. Wer zum Beispiel einen Schluck Limonade länger im Mund behält, empfindet so ein samtiges Gefühl auf den Zähnen. Das ist der Schmelz, der sich löst.

Sinkt der Säuregrad auf normal, müssen keine Mineralien mehr gelöst werden. Vielmehr werden nun umgekehrt aus dem Speichel Calciumphosphate entnommen und wieder in das Zahnschmelzgitter eingebaut. Diesen Vorgang nennt man Remineralisation.

Solange sich beide Vorgänge im Gleichgewicht befinden, ist alles in Ordnung. Problematisch wird es nur, wenn das Gleichgewicht gestört ist, dann gibt es ein Loch. So beginnt Karies.

Zur Erklärung der Karies haben Mediziner ein Schema entwickelt, das vier Faktoren beinhaltet: den Zahn, Bakterien, Zucker und Zeit. Entscheidend ist, wie viele Bakterien und wie viel Zucker zusammenkommen und dabei den Zahn in welcher Zeit bearbeiten. Besonders klebrige Süßigkeiten, die an den Zähnen haften bleiben, haben also ein höheres Kariesrisiko als leichter lösliche.

Einer der wirkungsvollsten Stoffe gegen Karies ist das Fluorid. Es unterstützt die Remineralisation und kann sogar Fehlstellen im Zahnschmelzgitter besetzen. Und in geringerem Maße wirkt es auch antibakteriell, weil es den Stoffwechsel der Bakterien behindert.

ZAHNMEDIZIN

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