Zeitung Heute : Kaum ein Spiel ohne Joystick

CLAUDIA WAGNER

Der Joystick, zu deutsch "Steuerknüppel", gehört zu den sogenannten Eingabegeräten, denn - genau wie mit der Tastatur und der Maus - werden mit ihm Funktionen des Rechners nutzbar gemacht.Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Joysticks: analoge und digitale.Mit den digitalen kann der Benutzer nur die Richtung bestimmen, in die er - zum Beispiel ein Auto - steuern will.Sein analoger Bruder hingegen besitzt den Vorteil, daß zusätzlich zu der Bewegungsrichtung auch die Bewegungsintensität beeinflußt werden kann.Je stärker der Steuerhebel in die gewünschte Richtung gehalten wird - sei es horizontal, vertikal oder diagonal -, desto stärker wird auch das Auto auf dem Monitor reagieren.Eingesetzt wird der Joystick hauptsächlich bei spielerischen Anwendungen und Simulationen.

Vor 26 Jahren hat alles ganz bescheiden angefangen.1972 entwickelte die Firma Megafox für das Heimspielgerät "Odyssee" den ersten Joystick, eine kleine Box, die nur mit einem Startknopf sowie zwei Drehreglern an den Seiten ausgestattet war, die zur besseren Steuerung des virtuellen Tennisspiels dienten.Später kamen die bis heute fast baugleichen Geräte mit einem Steuerknüppel in der Mitte und zwei Feuertasten hinzu.Inzwischen gibt es etliche Joysticks, wie beispielsweise den CH Flightstick Pro, die für die Nutzung mit einem bestimmten Spiel optimiert wurden, in diesem Fall dem Flugsimulator von Microsoft.

Wer sich einen Joystick anschaffen will, muß in erster Linie darauf achten, daß das Gerät für den Computer geeignet ist, an dem es eingesetzt werden soll.Der Kampf zwischen den DOS- und Macintosh-Systemen führte dazu, daß nicht jedes Modell an jeden Rechner angeschlossen werden kann.Wichtigste Voraussetzung ist die Verfügbarkeit der richtigen Schnittstelle, des sogenannten Game-Ports.Bei den meisten aktuellen Rechnern befindet sich dieser Anschluß auf der Soundkarte, bei älteren Geräten können jedoch auch spezielle Steckkarten mit dem Gameport in den Rechner eingebaut werden.

Den Herstellern geht es inzwischen in erster Linie darum, den Playern ein möglichst authentisches Spielerlebnis zu verschaffen.Dazu haben sie eine schier unüberschaubare Bandbreite von Modellen in allen Preisklassen entwickelt.In den Regalen der Warenhäuser findet man ergonomische, besonders standfeste, mit unterschiedlich vielen Feuerknöpfen, für Rechts- oder Linkshänder, und, und, und.

Ein raffiniertes Gerät mit dem zungenbrecherischen Namen "Sidewinder Force Feed Back" wurde von Microsoft kreiert.Der Joystick bewirkt eine reale Krafteinwirkung auf die Hände.Spiel-Vibrationen wie Flugturbulenzen oder Rückstoß-Effekte von Waffen werden über den Joystick an den Spieler weitergegeben.Dies hat allerdings seinen Preis, der bei 250 DM liegt.Zum Vergleich: Markengeräte ohne Force Feedback kosten zumeist um die 100 DM.Praktisch für den Anwender sind ebenfalls Varianten, die man der eigenen Hand anpassen kann.Saitek bringt im Herbst einen Joystick auf den Markt, dessen ergonomische Einzelteile verstellbar sind.Kostenpunkt: 150 DM Mark.Und der Spieler hat die Qual der Wahl.

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