Zeitung Heute : Kaum noch Chancen für Verschüttete Ursache für Erdrutsch

bei Magdeburg unklar

Mathias Kasuptke

Nachterstedt - Nach dem Erdrutsch in einem ehemaligen Braunkohleabbaugebiet in Nachterstedt bei Magdeburg besteht für drei Vermisste kaum noch Hoffnung. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) bezeichnete ihre Überlebenschancen am Sonntag bei einem Besuch der Unglücksstelle am Concordia-See als „denkbar gering“. Der Absturz eines Uferhangs in der kleinen Gemeinde hatte am frühen Samstagmorgen ein Doppelhaus und die Hälfte eines Nachbarhauses in den gefluteten Tagebau gerissen. Eine 48-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 50 und 51 Jahren wurden offenbar in den Schlammmassen begraben. Eine vierte vermisste Person hatte sich gegen Mittag bei der Polizei gemeldet. Bei dem 22-Jährigen handelt es sich um den Sohn eines Opfers. Der Jugendliche ist taubstumm und habe deshalb erst spät von dem Unglück erfahren, erklärte eine Polizeisprecherin.

Bis zum Sonntagabend waren die Rettungskräfte nicht bis zu der 140 Meter unterhalb der Abbruchkante gelegenen Unglücksstelle vorgedrungen, da die Gefahr von weiteren Erdrutschen bestand. Nach Aussage von Böhmer solle mit der Bundeswehr nach Bergungsmethoden gesucht werden. Allerdings schließen Fachleute nicht aus, dass mögliche Opfer gar nicht mehr geborgen werden können. Böhmer erklärte das gesamte Territorium um den Concordia-See zum regionalen Katastrophengebiet. Er sagte den 39 betroffenen Personen, die am Sonntagabend für kurze Zeit wichtige Gegenstände aus ihren Wohnungen holen konnten, im Fall einer Dauersperrung eine unbürokratische Schadenersatzregelung zu. Über die Ursache des Unglücks wird weiter gerätselt. Der Dezernatsleiter für Altbergbau im Land Sachsen-Anhalt, Gerhard Jost, sagte: „Ich weiß es nicht.“ Ein Gutachten solle Aufschluss bringen. Dies könne aber Monate dauern. Mathias Kasuptke

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