Zeitung Heute : "Kein glŠserner SurferÒ

Diskussion in der TU Ÿber †berwachung des InternetsÐ VON J…RN HASSELMANNDer Praktiker sieht es schlicht: "Das machen wir nicht, das wollen wir nicht und das kšnnen wir nicht.Ò Mit "dasÒ ist die †berwachung des Internets gemeint.Lutz Lademann vom Berliner Provider Interactive Networx betonte gestern auf einer Diskussions in der TU, da§ es unmšglich sei, die Kommunikation der 10 000 User zu Ÿberwachen; also zu protokollieren, wer sich wie lange wo einklickt.Es sei auch nicht machbar, tŠglich zu prŸfen, was auf den Homepages der 10 000 Kunden stŸnde.Schon der gewaltige Umfang dieser Datenmenge verhindere den "glŠsernen SurferÒ. Mit dieser Sicht ist sich die Internet-Gemeinde einig Ð dieses wurde auf der Runde schnell klar.Eingeladen hatte das Institut fŸr Kommunikations- und Medienwissenschaft der TU Vertreter der Parteien und Fachleute; die auch bis auf CDU und SPD kamen.Die Veranstaltung war šffentlicher Abschlu§ eines Seminars "Antisemitismus im InternetÒ, in dem sich Studenten mit Demokratie und †berwachung im Internet beschŠftigten. Realistisch zeigte sich auch Susanne Grams von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB)."Es wird auch weiterhin Verstš§e gebenÒ Ð trotz des gerade verabschiedeten Multimediagesetzes.Der Mensch am Bildschirm werde durch dieses Gesetz nicht vor kriminellen Angeboten geschŸtzt.Unlogisch sei es auch, das Internet zu verteufeln."Kinderpornos und Rechtsextremismus sind keine Erfindung des Netzes, sondern eine der Gesellschaft.Ò GrundsŠtzlich gelte, da§ jede Aufsicht die Freiheit einschrŠnke.Was derzeit an Schweinereien laufe, "das kšnnen wir aushaltenÒ, meinte die MABB-Sprecherin. Trotz der technischen Unmšglichkeit alles zu kontrollieren, sei das Internet dennoch "kein rechtsfreier RaumÒ, betonte Lademann.Wer in Deutschland etwas im WWW publiziere, falle schlie§lich unter deutsches Recht.Matthias Tang von den BŸndnisgrŸnen stellte klar, da§ "die Strafverfolger die Urheber auch im Netz aufspŸren kšnnen mŸssen.Bei der Firma Interactive Networx ist dies in zwei Jahren "drei- oder viermalÒ vorgekommen, da§ die Justiz den Namen eines Kunden verlangt habe.Dabei ging es um Raubkopien, illegale Software und Pornografie, nicht jedoch um Kindesmi§brauch."Bei 10 000 Kunden und in zwei Jahren ist das lŠcherlichÒ, sagte Lademann.

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