Zeitung Heute : Kein Strafprozess gegen Strauss-Kahn

New Yorker Staatsanwaltschaft zieht Anklage gegen früheren IWF-Chef zurück

New York - Dominique Strauss-Kahn bleibt der Prozess wegen versuchter Vergewaltigung vor einem Strafgericht in Manhattan erspart. Dies teilte der Anwalt des Zimmermädchens Nafissatou Diallo mit, die den ehemaligen IWF-Chef beschuldigt hat. Kenneth Thompson erklärte am Montagabend nach einem Gespräch mit der Staatsanwaltschaft, dass diese ihre Anklage zurückziehen werde. Cyrus Vance verneine „einer Frau das Recht, das ihr in einem Fall von Vergewaltigung zusteht“, warf Thompson dem höchsten Staatsanwalt von Manhattan vor. Frauenrechtlerinnen und Afroamerikaner hatten schon vor der Entscheidung angekündigt, bei einem vorzeitigen Ende des Verfahrens auf die Straße gehen zu wollen.

Strauss-Kahn wird an diesem Dienstag zur nächsten Anhörung in dem Justizdrama vor Gericht erwartet. Nach Informationen von CNN wollte Vance die Gründe für seinen Rückzug bis zu diesem Termin schriftlich an den zuständigen Richter Michael Obus übergeben und ihn bitten, das Verfahren offiziell einzustellen. Demnach will der Ankläger detailliert in einem Schriftstück aufführen, warum er das angebliche Opfer von Strauss-Kahn nicht für glaubwürdig hält und sich deshalb gezwungen sah, den Fall aufzugeben. Die Entscheidung bedeute nicht, dass Strauss-Kahn für unschuldig befunden wurde, hatten Rechtsexperten zuvor in US-Medien erläutert.

Der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) war von der aus Guinea stammenden Diallo der sexuellen Gewalt beschuldigt worden. Er habe versucht, sie am 14. Mai in seiner Hotelsuite zu vergewaltigen und sie zu Oralsex gezwungen. Inzwischen hat die Frau eine Zivilklage gegen Strauss-Kahn angestrengt und fordert eine finanzielle Entschädigung. dpa

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