Zeitung Heute : Keine Angst vor Leverkusen Nürnberg schöpft Hoffnung nach einer guten Leistung auf Schalke

Der Tagesspiegel

Gelsenkirchen. Obwohl Rudi Assauer am späten Nachmittag noch ein wenig auf dem Podium ausharrte, wirkte er verdrossen. Beim 2:1 über den 1. FC Nürnberg hatte sich der Manager des FC Schalke 04 nicht amüsiert. „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden“, sagte er, „alles andere hätte besser sein können.“ Als Assauer die Lage der Liga im Allgemeinen und seines Klubs im Besonderen analysierte, war Huub Stevens längst gegangen. Der achte Heimerfolg nacheinander hatte das Kommunikationsbedürfnis des holländischen Fußball-Lehrers nicht gefördert. Ein „Arbeitssieg“ sei es gewesen, hatte Stevens mitgeteilt, einigen Spielern habe „die Frische gefehlt". Ob dieser Mangel mit den Länderspielen unter der Woche zusammenhänge, wolle er lieber nicht beurteilen. So einsilbig wie Stevens sprach, hatte seine Mannschaft gespielt. Das reichte den Schalkern für drei Punkte, aber nicht für frisches Selbstvertrauen. Die Teilnahme an der Champions League ist möglich, angesichts zuletzt gezeigter Leistungen aber nicht wahrscheinlich. Vor dem Spiel bei Hertha liegen sie weiter zwei Punkte hinter Bayern München. „Wir haben es nicht mehr in der Hand“, sagte Assauer.

„Wenn die Bayern in Wolfsburg gewinnen, sind sie durch.“ Die Schalker sind ihrem Wunsch, auf Platz drei vorzurücken, nicht näher gekommen. Fast die ganze Saison über hatten die Verantwortlichen das Erreichen des Uefa-Cups als höchstes der Gefühle propagiert. Mehr dürfe niemand erwarten. Doch nun, da dieses Ziel erreicht ist, hält sich die Freude in Grenzen. „Am Ende wirst du Vierter, womöglich wegen der schlechteren Tordifferenz, und guckst in die Röhre“, sagte Assauer fatalistisch, „das ist eben das Schicksal von Schalke.“

Zum Glück hatte der Spieltag für Assauer auch gute Seiten: Die Freunde aus Nürnberg, bei den meisten Schalkern überaus beliebt, haben im Abstiegskampf wieder Mut gefaßt. „Jeder Einzelne ist an seine Leistungsgrenze gegangen“, sagte Trainer Klaus Augenthaler. Seine Elf habe gegen „eine große Mannschaft“ mitgehalten. „Wenn wir diese Leistung wiederholen oder noch steigern können, habe ich vor den beiden Endspielen gegen Leverkusen und in St. Pauli keine Angst.“ Unter dem Eindruck des Eifers, den seine Profis zeigten, allen voran Vorkämpfer und Torschütze Jacek Krzynowek, sieht Klaus Augenthaler sogar eine Chance, die Zahl der „Endspiele“ um den Klassenverbleib zu halbieren. „Vielleicht reicht uns schon das Leverkusenspiel.Richard Leipold

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