Zeitung Heute : Keine Winterpause im Garten

Simone Andrea Mayer[dpa]
Eisschichten auf den Blättern schaden nicht, sondern schützen.Foto: picture alliance/dpa-tmn
Eisschichten auf den Blättern schaden nicht, sondern schützen.Foto: picture alliance/dpa-tmnFoto: picture alliance / dpa-tmn

Der Januar ist einer der schönsten Monate für den Gärtner. Das sagt eine Pflanzenexpertin – Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin- Dahlem. Sie setzt sich dann an ihren Schreibtisch, wälzt stundenlang dicke Kataloge und bestellt Saatgut und Pflanzen. Sie plant das Gartenjahr 2013. „Darauf freue ich mich immer besonders“, sagt Van Groeningen. Aber auch draußen gibt es etwas zu tun: „Mindestens ein- bis zweimal gehe ich im Winter an schönen Tagen durch den Staudengarten und schneide hier und da ab, was nicht mehr schön ist.“ Außerdem rät die Gartenplanerin zu folgenden Arbeiten:

PFLANZEN

Wann immer der Boden im Winter frei ist, kann gepflanzt werden. Van Groeningen rät, winterblühende Gehölze wie den Winterjasmin oder den Winterschneeball zu setzen. Diese dekorieren den Garten umgehend mit ihren Blüten. „Sie treiben und blühen, solange es keinen Frost gibt“, erläutert die Gartendozentin. Sinken die Temperaturen unter null, könne es sein, dass die Blüten abfallen. „Aber es gibt immer Ersatzknospen.“ Außerdem hat das Pflanzen im Winter einen Vorteil: „Die Gehölze können sich etablieren. Dann haben sie bereits Wurzeln, wenn es warm und trocken wird, und können sich besser mit Wasser versorgen.“

MULCHEN

An frost- und schneefreien Tagen können bereits die Beete auf das Frühjahr vorbereitet werden. Sie bekommen eine dünne Schicht Kompost und die Rosen am Fuß ein Häufchen abgelagerten Mist. Beginnen die Pflanzen einige Wochen später zu treiben, können sie aus diesem Vorrat alle Nährstoffe ziehen, die sie brauchen, sagt Van Groeningen.

SCHATTEN SPENDEN

Scheint die Sonne an frostigen Tagen, brauchen Immergrüne Schutz. „Am besten ein Bettlaken über die Krone legen. Wenn keines da ist, geht auch Zeitungspapier“, rät Van Groeningen. Vor allem Gehölze an der Ost- und Südseite brauchen einen Schattenspender, sonst tauen die Blätter auf und benötigen dann Wasser. Dieses können die Pflanzen aber nicht aus dem gefrorenen Boden ziehen.

SCHNEE RÄUMEN

Versinken die Pflanzen unter einer dicken Schneedecke, sollte man sie davon befreien – insbesondere Immergrüne wie Koniferen. „Ist eine Hecke nicht gut geschnitten, bildet sie keine stark verzweigten und dicken Äste aus“, erläutert Van Groeningen. Dann könne sie unter einer dicken Schneelast auseinanderbrechen und aufklaffen. „Auf einer gut gewachsenen Hecke sollte eine dicke Handtasche stehen können.“ Bemerken Hobbygärtner, dass die Zweige sich verbiegen oder ist die Schneedecke dicker als zehn Zentimeter, sollten sie räumen.

SCHÜTZEN

Wegen Eisschichten auf den Blättern müssen sich Hobbygärtner hingegen keine Sorgen machen. „Obstbaumzüchter gehen sogar mit der Nebelmaschine an die Bäume, wenn es friert“, berichtet Van Groeningen. Denn die Schicht schütze die empfindlichen Blütenblätter. Auf den Beeten behütet der Schnee auf ähnliche Weise die Pflanzen. „Der Schnee wirkt hier wie eine dicke warme Daunendecke“, sagt Van Groeningen. Die Rinde von Obstbäume wird mit einem Kalkanstrich vor Temperaturschwankungen geschützt. Das verhindert, dass sich Risse in der Rinde bilden.

AUFRÄUMEN

Liegt kein Schnee, sollte die letzten Blätter, die die Bäume und Sträucher noch abwerfen, vom Rasen geholt werden. Das Laub könnte ansonsten faulen und mit ihm der Rasen. Bildet sich über den Winter Schneepilz und geht der Rasen durch Licht- und Sauerstoffmangel unter dem Schnee kaputt, kann man vorerst nichts tun. Im Frühjahr wird nachgesät.

GIESSEN

Streusalz von der Straße kann am Grundstücksrand in den Boden eindringen. Damit dieses sich nicht in den Wurzeln einlagert, sollte viel gegossen werden, wenn der Boden aufgetaut ist, rät Van Groeningen. Das Gießwasser schwemme die Salze weg. Auch alle anderen Immergrüne brauchen dann vielleicht Wasser aus der Kanne oder dem Schlauch.Simone Andrea Mayer, dpa

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