Zeitung Heute : Kids-Aw@rd: Auszeichnung für Berliner Website

Hendrik Vöhringer

Immer mehr Kinder haben Zugang zum Internet. Inzwischen sind mehr als ein Drittel der Sechs- bis Zwölfjährigen online. Der Bedarf an kindergerechten Websites, die gute Inhalte von schlechten trennen, ist hoch. Eltern wollen ihre Kinder auch vor dem Computerbildschirm gut aufgehoben wissen. Das Deutsche Kinderhilfswerk und der Volkswagenkonzern verleihen jährlich den Kids-Aw@rd, der die besten deutschsprachigen Kinderseiten im Internet prämiert. Gewonnen hat diesen Preis die Berliner Website KinderCampus.de.

"Wir wollen den Kindern eine eigene kleine Welt anbieten und sie an das Medium Internet heranführen", sagt Heike Meyer von Reden von KinderCampus.de. Unter www.kindercampus.de können die jungen User sechs verschiedene Themen-Planeten wählen. Ob sie auf den Natur-, Kinder-, Stadt-, Medien-, Sport- oder Spiele-Planeten wollen: ein Mausklick genügt und das Weltraumtaxi geht auf Reisen. Auf den Planeten erwartet sie ein vielfältiges, interaktives Angebot. Man kann als DJ Diskobesucher auf die Tanzfläche locken, etwas über den Lebensraum des Rothirsches erfahren oder die Bürgermeisterin in ihrem Rathaus besuchen. Oder mit anderen Kindern kommunizieren. Dafür stehen den Jungsurfern im virtuellen Postamt ein E-Mail-Service und ein Chatroom zur Verfügung.

"Das Angebot richtet sich an Kinder zwischen vier und 16 Jahren. Die verschiedenen Planeten sind so unterschiedlich gestaltet, dass für jede Altersstufe etwas dabei ist", sagt Meyer von Reden. Darauf ziele auch die Kinderzeitung Blikks ab, die eher für die älteren Kinder konzipiert ist. In Blikks finden sich Nachrichten zu Rubriken wie Sport, Gesundheit, Natur. Auch Klatsch und Tratsch wird geboten. Im Gegensatz zu vergleichbaren Projekten wird die Zeitung jeden Tag aktualisiert.

Angeschlossen an die Website ist auch die größte deutschsprachige Suchmaschine für Kinder namens "Clikks". Das Konzept ist klar: Übersichtlich soll sie sein - pro Suchbegriff werden maximal 20 bis 30 Seiten angezeigt - und kindergerecht. Die Websites sind daher nach pädagogischen Kriterien ausgesucht. "Es können nur Seiten abgerufen werden, gegen die die Eltern nichts einzuwenden haben", sagt Meyer von Reden. Dafür sorgen vier feste Mitarbeiter, die das Web durchsuchen. Und das Angebot wird immer größer. Rund 250 Links kommen pro Woche hinzu.

Von dem finanziellen und personellen Aufwand - insgesamt arbeiten rund 50 Mitarbeiter für die Website - bekommen die Kinder wenig mit. Auf Bannerwerbung wird verzichtet. Die Seite finanziert sich momentan noch über die Agentur KinderCampus-Productions. Für die Zukunft werden Sponsoren gesucht. Über mangelnden Publicity könnten die sich nicht beklagen. Die Seite hatte im Dezember drei Millionen Page-Impressions.

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