Zeitung Heute : Klage gegen Sicherheitsfirma

Der Berliner Verbraucherschutzverein (VSV) warnt vor Stellenanzeigen der Berliner Firma SCS Security Concept Service GmbH.Die Firma verlange von Bewerbern bereits Monate vor Beginn des versprochenen Arbeitsverhältnisses eine "Sicherheitsgebühr" von 2000 Mark und eine "Aus- und Fortbildungsgebühr" von 750 Mark, die innerhalb von zehn Tagen zu bezahlen seien.Dabei sei es fraglich, ob die Interessenten tatsächlich eine Anstellung bekämen und ihr Geld jemals wiedersähen.Wegen irreführender Werbung hat der VSV gegen die Gesellschaft Klage beim Landgericht Berlin eingereicht.

Die Firma SCS hat in den letzten Monaten in mehreren Zeitungen Stellenanzeigen aufgegeben.Gesucht wurden laut Verbraucherschutzverein Wachpersonal, Pförtner, Chauffeure, Detektive und Kundenbetreuer von 18 bis 50 Jahren, auch ohne Berufserfahrung und gegen "gute Bezahlung".Interessenten, die sich auf die Annonce meldeten und einen Berwerbungsbogen ausfüllten, erhielten einen Arbeitsvertrag zugesandt, den sie innerhalb von drei Tagen unterschrieben zurücksenden sollten, so der VSV, aber: "Der hat es in sich." Das Arbeitsverhältnis beginne erst mehrere Monate nach der Vertragsunterzeichnung und die Bewerber würden verpflichtet, jene Sicherheits- und Ausbildungsgebühr zu zahlen."Angeblich sollen diese Beträge nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder der Probezeit zurückgezahlt werden", der VSV bezweifle aber, daß es dazu komme und daß die SCS überhaupt so viele Arbeitnehmer beschäftigen könne.Die Firma lasse alle Bewerber einen Arbeitsvertrag unterzeichnen."Es ist deshalb nicht auszuschließen, daß es ihr allein darum geht, Geld zu kassieren", teilt der VSV mit.Die einzige Antwort, die der Tagesspiegel bisher von der Firma erhielt: "Alles Blödsinn, sollen die doch klagen." Verhandelt wird Anfang November.

Die Zeitschrift "Nebenjobs" mahnt zur Vorsicht bei Annoncen für Nebentätigkeiten.Mit dubiosen Kleinanzeigen würden hierzulande Millionen verdient.Bestandteil solcher Anzeigen seien vor allem Hinweise auf märchenhafte Bezahlungen und die Möglichkeit, das Geld von zu Hause aus verdienen zu können.Mindestens 5000 Anzeigenleser gehen den Betrügern jeden Monat auf den Leim.Dabei bezahlen sie für nutzlose Info-Broschüren zwischen 40 und 100 Mark.Nach Auskunft der Hamburger Staatsanwaltschaft wird bundesweit fortlaufend gegen rund 500 "Kleinanzeigen-Bauernfänger" ermittelt. pys / ADN

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