Zeitung Heute : Kleider machen Bräute

Sechs Monate vor der Hochzeit sollte die Suche nach passenden Kleidungsstücken beginnen

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Blauen Augen wirken mit Lippen in Rosé. Bei den Frisuren sind Kunstwerke gefragt, die gerne noch verziert werden dürfen. Fotos:...tmn

Entscheidungsfreude ist von Vorteil, wenn die eigene Hochzeit ansteht: wer nämlich endlich den „einen“ Partner ausgewählt hat, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen möchte, für den fängt die Qual der Wahl erst an.

Die wichtigste Entscheidung ist sicher die für das richtige Hochzeitskleid – eine Wissenschaft für sich. Experten aus diesem Bereich beeindrucken mit Fachtermini wie der „A-„ oder „X-Form“ oder der „Sanduhr-Figur“.

Auch Anna Ugryumova, Designerin von „Felicita Brautmoden“ in der Dahlmannstraße in Charlottenburg, kennt sich aus mit den hellen Kleidern. Sie rät, zur Anprobe eine oder zwei Freundinnen mitzunehmen: „Aber keine sieben“, warnt sie, und spricht aus Erfahrung.

Als Freundin dürfe man auf keinen Fall zu dem Kleid raten, dass einem für die eigenen Hochzeit am besten gefallen würde. „Man sollte sich immer für das Brautkleid entscheiden, dass der jeweiligen Braut am besten steht.“

Und auch die Heiratswillige selbst müsse sich das genau überlegen, welche Robe zu ihr passt: „Jede Frau hat als Kind von einem Prinzessinnenkleid geträumt“, sagt Anna Ugryumova. Aber ein solches Modell stehe einfach nicht jeder Braut.

Orientierungshilfe bieten die eigenen Körperformen: Sitzriesinnen mit einem langen Oberkörper, aber kurzen Beinen rät die Designerin zu einem Kleid im Empire-Stil. Bei diesem Schnitt sitzt die Taille knapp unter der Brust, und verdeckt so auch mögliche Fettpölsterchen am Bauch. Empirekleider stehen aber auch Frauen mit einem schmalen Oberkörper und breiten, sehr weiblichen Hüften. Dieser Körperbau wird als „A-Form“ bezeichnet. Kleider der A-Form stehen auch fülligeren Bräuten – sollten dann aber nicht mit „Chichi“ beladen sein, zum Beispiel mit Rüschen oder Schleifchen. Rundlichere Bräute sollten Kleider in den Farbtönen Cremeweiß oder Champagner auswählen – und eventuell ein Jäckchen oder einen Bolero über der Heiratsrobe tragen.

Frauen mit einer O-Form haben einen großen Busen, viel Bauch und schlanke Beine. Auch ihnen stehen Empire-Kleider, aber auch den besonders kleinen und zierlichen Frauen. „Kleine Bräute sollten generell darauf achten, dass die Taille ihres Kleides möglichst weit oben beginnt“, sagt Anna Ugryumova.

Und wer sich für ein kurzes Kleid entscheide, sollte schöne schlanke Beine haben – bei einem knöchellangen Kleid müsse man darauf nicht achten. Frauen, die eine „V-Form“ haben, also viel Oberweite oder breite Schultern, aber schmale Hüften und wenig Po, sollten am Hochzeitstag einen ausgestelltes Kleid tragen. Vorteilhaft ist aber auch ein Modell mit Trägern.

„Sanduhr-Frauen“ mit einer „X-Figur“ haben viel Busen, ausgeprägte Hüften und eine schmale Taille. Wenn diese Damen kaum Fettpölsterchen haben, steht ihnen der sogenannte „Meerjungfrauen-Look“: also Kleider, die eng sitzen und erst unterhalb des Knies breiter werden.

Grundsätzlich sollte jede Braut bedenken, dass sie nicht die einzige ist, die heiratet – und sich deshalb rechtzeitig um die Garderobe kümmern. Experten raten dazu, mindestens sechs Monate vor der Eheschließung mit der Suche zu beginnen.

Nicht ganz so zeitig muss man sich Gedanken über die Brautfrisur machen: Bei feinem oder sehr kräftigem Haar, das lang genug ist, bietet sich eine Hochsteckfrisur an. Sehr runde Brautköpfe werden so auch gleichzeitig gestreckt. Für einen besonders romantischen Auftritt eignet sich gelocktes oder naturgewelltes langes Haar, dass einfach offen zum Altar getragen wird.

Eine Kurzhaarfrisur kann zum Beispiel durch festliche Accessoires veredelt werden: etwa ein kleines Sträußchen oder ein Diadem. Einen besonders filmreifen Auftritt versprechen Frisuren im Stil der sechziger Jahre, die sich an Audrey Hepburns Frisuren in „Frühstück bei Tiffany’s“ anlehnen könnten.

In die Brauttasche gehören an diesem Tag übrigens Kopfschmerztabletten – falls die Aufregung zu groß oder das Haar zu straff frisiert ist. Bei der Wahl der passenden Hochzeitsfrisur sollte Frau auf jeden Fall bedenken, dass die Haarpracht den Tag und den Abend gut durchstehen muss: Je üppiger die Frisur, umso größer ist die Gefahr, dass irgendwann das Haarspray juckt oder die Haarklemmen stören.

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