Zeitung Heute : Kluge Köpfe, Kunst und Katastrophen

Sind Sie dabei? Beim Weihnachtsrätsel im Tagesspiegel sind anhand von Lebensläufen zehn bekannte Persönlichkeiten zu erraten. So ist es Tradition. In diesem Jahr gab es 6992 Teilnehmer und 6259 richtige Lösungen. Hier sind die Namen aller erfolgreichen Rätselfreunde.

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1 Der vielseitige General war Ernst Heinrich Adolf von Pfuel (1779–1866). Geboren in Jahnsfelde bei Müncheberg (Brandenburg-Preußen), wo die Familie eines ihrer letzten Güter besitzt. Ernst von Pfuel wird Offizier im preußischen Heer. Als Napoleon es besiegt, dient er in Österreich und Russland gegen Frankreich, und nach dem Wiener Kongress wieder in preußischen Diensten. 1817 eröffnet er eine Schwimmanstalt im heutigen Bezirk Kreuzberg. 1848 wird er Gouverneur von Berlin. Sein Freund: der Dichter Heinrich von Kleist.

2 Der zweitgrößte Landschaftsmaler der Deutschen Romantik ist Joseph Anton Koch (1768–1839). Er stammt aus Tirol und nannte sich daher Sepp, wo immer er sich aufhielt: in der Stuttgarter Schule, der er entfloh, in der Schweiz, wo er studierte und in Rom, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete.

3Die 80 Mal gemalte Frau war die Malerin Charlotte Berend-Corinth (1880–1967). Sie tat für ihren Mann als Künstler mehr als für sich selbst, war ihm eine ideale Gefährtin, wurde aber selbst als Künstlerin wohl etwas ungerecht zurückgesetzt.

4Der vielseitige Philosoph war Karl Jaspers (1883–1969). Geboren in Oldenburg, arbeitete er ursprünglich als Psychiater, ab 1916 war er Professor in Heidelberg. 1937 wurde er seines Amtes von den Nazis enthoben. Aber 1948 war er Professor in Basel, wo er auch, 1969, gestorben ist.

5Der ausufernde Patriot war Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852), genannt der Turnvater. Seine Turnkunst zur körperlichen Ertüchtigung vollführte er in der Berliner Hasenheide. Seine übertriebene Vaterlandsliebe und sein Vorschlag, jeden, der ein Fremdwort benutzt, kastrieren zu lassen, haben ihm mehr geschadet als genutzt.

6Die vielseitige Frau war Sophie Charlotte von Preußen (1668–1704), Kurfürstin und später Königin. Geboren in Osnabrück, aufgewachsen in Hannover, war sie beliebt bei Jung und Alt, Arm und Reich, beliebter als ihr Mann. Sie wiederum liebte die Wissenschaft über alles, die Philosophie, Musik und Kunst. Berlin verdankt ihr den Namen „Spree-Athen“. Sie starb überraschend im Alter von 36 Jahren.

7Der Poet als Chamäleon war Christoph Martin Wieland (1733–1813). Er stammt aus Biberach und schuf sein umfangreiches literarisches Werk hauptsächlich in dem von ihm erworbenen Gutshof Ossmanstedt bei Weimar. Als 23-Jähriger verglich er sich selbst mit einem Chamäleon. Goethe sagte zu Wielands Shakespeare-Übersetzungen, er habe dadurch die deutsche Sprache entscheidend bereichert.

8Der Lebenslauf aus Katastrophen gehörte Heinrich von Kleist (1777–1811). Geboren in Frankfurt an der Oder. Seine Gönnerinnen: die Halbschwester Ulrike, Königin Luise und die Hofdame Marie von Kleist. Die „Abendblätter“ erschienen vom 1. Oktober bis zum 24. Dezember 1806. 1811 verübte er zusammen mit Hermine Vogel Selbstmord.

9Das Prinzip Menschheit verteidigte Helene Lange (1848–1930). Die emanzipierte Lehrerin aus Oldenburg nahm in Berlin vor allem eine Neuordnung des Mädchenschulwesens in Angriff. Die Zeitschrift, die sie neben ihrer Arbeit im Lehrerinnen-Verein leitete, hieß „Die Frau“.

10 Die erfinderische Frau war Lise Meitner (1878–1968). Seit 1906 erforschte sie radioaktive Beta-Strahlung, und als sie 1907 nach Berlin kam, entwickelte sich zwischen ihr und Otto Hahn eine über 30 Jahre andauernde Gemeinschaftsarbeit, in der sie unter anderem die Bahnen von Elementarteilchen sichtbar zu machen verstanden. 1938 Emigration nach Kopenhagen, von dort nach Stockholm, wo sie auch gestorben ist.

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