Zeitung Heute : König Friedrich, unbezwungen

Im Gasthaus „Zum Alten Fritz“ in Letschin gibt es zur gutbürgerlichen Küche eine nicht auf der Speisekarte stehende und auch unbezahlbare Zutat: Wenn Wirt Wolfgang Bartsch bemerkt, dass sich ein Gast für die Statue von Friedrich II. vor dem Haus interessiert, gibt er ihm eine Geschichtslektion über das „Stehaufmännchen“, wie Bartsch das Standbild nennt. 1905 war das Denkmal zu Ehren des Alten Fritz enthüllt worden, der zwischen 1747 und 1753 das Oderbruch trockenlegen ließ. Im April 1945 verschwand die Statue dann in einer Scheune, weil die Rote Armee um den Sockel einen Friedhof angelegt hatte. Mehrfach sollte sie als „Symbol des preußischen Militarismus“ eingeschmolzen werden. Doch mit bewundernswertem Eifer wurde sie immer wieder versteckt. Zur 650-Jahr-Feier von Letschin 1986 scheiterte der letzte Versuch einer Aufstellung, obwohl Friedrich II. in Ost-Berlin längst wieder rehabilitiert war. Erst im Juni 1990 erhielt Letschin sein Denkmal zurück. Ste.

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