Zeitung Heute : Köpfchen statt Körbchen

Von Lara Croft zu Cate Archer: Die neuen Powerfrauen

Dana Ifflaender

Während Lara Croft – die vollbusige Amazone der PC-Spielewelt – derzeit noch darauf wartet, in „Tomb Raider – The Angel Of Darkness“ in Aktion treten zu dürfen, bekommt sie zunehmend starke Mitstreiterinnen. Jahrelang dominierten männliche Helden die Computerwelt. Aber die Zeiten haben sich geändert. Frauen schmücken nicht mehr nur die Schwert schwingenden oder herumballernden Supermänner, sondern kommen jetzt selbst als Protagonistinnen von Computerspielen zum Zug. Sie bestechen dabei nicht mehr nur durch nackte Haut und eigenartige Körperproportionen. Im Gegenteil: Immer häufiger orientieren sie sich an realen Vorbildern wie Venus und Serena Williams in „Sega Sports Tennis“ oder Elissa Steamer als Skaterin in „Tony Hawk 4“. Und sie sind wirklich clever, wie Cate Archer.

Die britische Agentenlady aus „No One Lives Forever“ ist eine der erfolgreichsten Damen, sie steht ihren männlichen Kollegen in nichts nach. Cate wird seit drei Jahren von der großen Fangemeinde des Egoshooters bei ihren Spionageaufträgen begleitet. Im Ambiente der 60er Jahre bekämpft die smarte Heldin sowohl männliche als auch weibliche Bösewichte und rettet die Welt vor nuklearer Vernichtung und weiteren Übeln.

In einem anderen Genre, aber nicht weniger stark, agiert April Ryan bereits seit dem Jahr 2000 als Hauptfigur des Abenteuerspiels „The Longest Journey“. Die etwas düster anmutende 18-jährige Kunststudentin April jagt in ihren nächtlichen Albträumen bevorzugt Drachen und ähnliche Geschöpfe in mittelalterlicher Szenerie. Aber ebenso wie die männlichen Protagonisten sind auch die neuen Powerfrauen nicht immer die Guten, die die Welt vor dem Bösen retten. Sie können auch anders.

Der Trend zu Köpfchen statt Busen in PC-Spielen wird damit begründet, dass immer mehr Computerspiele von Frauen entwickelt werden. Und diese legen wohl auch größeren Wert darauf, dass ihre Heldinnen nicht mehr nur „Hingucker“ auf dem Bildschirm sind, sondern eine ernst zu nehmende Konkurrenz zu ihren männlichen Kollegen. Noch sind es nicht allzu viele Heldinnen, aber es werden mehr.

Aber selbst die Spiele-Entwicklerinnen sagen, dass es am wichtigsten sei, eine interessante Figur zu schaffen. Und da spielt es doch keine Rolle, ob die männlich oder weiblich ist.

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