Kolumne: Unter Heimwerkern : Knut Ehlers kauft sich einen Türrahmen und eine Halterung für Heizkörper

Diesen Türrahmen, auch Türzarge genannt, benötige ich für unser Großprojekt: Dachbodenausbau. Vor etwa einem halben Jahr haben meine Frau und ich entschieden, aus dem Dachboden unseres Hauses in Steglitz ein Gästezimmer mit Bad zu machen.

Unsere beiden Söhne sind schon vor mehreren Jahren ausgezogen und eins ihrer Kinderzimmer haben wir bereits zu einem kleinen Gästezimmer umgebaut. 34 und 36 Jahre sind unsere Jungs schon. Wie doch die Zeit vergeht. Die beiden könnten sich ruhig mal ranhalten mit dem Nachwuchs. Zumindest der Ältere, denn der ist verheiratet. Nun ja, kämen meine Söhne dann mit Frau und Kindern zu Besuch, hätten sie zu wenig Platz im alten Kinderzimmer. Ein bewohnbarer Dachboden mit eigenem Badezimmer würde sich richtig lohnen. Deshalb mache ich mich ans Werk.

Um einen großen Raum zu schaffen, musste ich sogar eine Wand durchbrechen. Jetzt ist das Dachzimmer groß und durch die Schrägen sehr gemütlich. Den Türrahmen benötige ich für den Badezimmereingang. In ihn setze ich die Badtür ein. Ich habe Glück, dass die Wand, in die ich die Zarge einpasse, nicht schräg ist. Sonst hätte ich selbst einen Rahmen bauen müssen.

Weil ein Badezimmer schließlich auch einen Heizkörper braucht, habe ich diese Halterung gekauft. Das sind keine aufregenden Teile, bloß ein paar Aluminiumleisten. Aber ohne sie geht es nicht. Ich werde die Leisten an der Wand befestigen und den Heizkörper, den ich schon zu Hause habe, da ranschrauben.

Um alles zu bekommen, was ich brauche, bin ich von Steglitz nach Neukölln zum Baumarkt gefahren. Ich finde, der Markt hier ist besser sortiert. Ins Auto steigen muss ich ja sowieso, um den Einkauf zu transportieren. Für den Ausbau möchte ich alles Handwerkliche selbst machen. Nur die Rohre für die Anschlüsse im Badezimmer werden dieses Mal von einem Fachmann verlegt.

Nicht jede handwerkliche Arbeit macht mir Spaß, manches ist auch mühselig. Bis ich mit dem Bad fertig bin, vergeht sicher noch eine Woche.

Früher hatte ich für solche großen Vorhaben keine Zeit. Bevor ich in Rente ging, arbeitete ich als Ingenieur, nicht unbedingt eine handwerkliche Arbeit. Doch ich hatte schon immer Spaß am Praktischen, und deshalb bin ich heute so ein begeisterter Heimwerker geworden. Ich habe mir für mein Hobby eine große Werkstatt in unserem Keller eingerichtet. Meine Frau hilft mir ab und zu, doch sie kümmert sich lieber um unseren Garten. Darüber bin ich sehr froh, denn ich kann Gartenarbeit gar nicht ausstehen. Da ergänzen wir uns sehr gut.

Wenn ich das Dach dann endlich fertig habe, fehlt nur noch das erste Enkelchen.

Protokoll: Christina Franzisket

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