Zeitung Heute : Konsortium entwickelt kleinsten Speicherchip

Der Münchner Elektronikkonzern Siemens hat mit dem größten japanischen Chiphersteller Toshiba und dem US- Computerkonzern IBM den kleinsten Speicherchip (DRAM) der Welt entwickelt.Das berichtet die Wirtschaftsagentur Bloomberg.Mit der neuen Technologie können die Herstellungskosten für 64-Megabit-Speicherbausteine, die in modernen Personal Computern eingesetzt werden, drastisch reduziert werden.Die Oberfläche des neuen Chips nimmt nur noch 30 Quadratmillimeter ein.

Mit der neuen Herstellungstechnik können aus einer Silicium-Scheibe (Wafer) 20 Prozent mehr DRAM-Chips hergestellt werden als bislang.Die drei Konzerne setzen dabei ein Produktionsverfahren ein, das mit 0,18 Micron feinen Leiterbahnen auf den Chips arbeitet.Ein menschliches Haar ist ungefähr 400 Mal dicker.

Die Branche der Speicherchip-Hersteller steckt seit Monaten in einer weltweiten Krise, da ein harter Preiswettbewerb und sinkende Nachfrage wegen der Wirtschaftskrise in Asien den Markt belasten.Auf dem Speichermarkt herrscht vor allem ein Überangebot billiger 16-Megabit-Chips, die von etlichen asiatischen Herstellern oft unter Herstellungskosten angeboten werden.

Die Siemens AG hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 1,2 Milliarden DM in seinem Chip-Bereich erzielt.Im vergangenen November beschloß die Siemens-Führung, sich von dem verlusträchtigen Chip-Geschäft zu trennen und die Chip-Produktion vor einem geplanten Börsengang in den USA in eine ausländische Gesellschaft umzuwandeln.Ob die neue Produktionstechnologie Auswirkungen auf die Umwandlungspläne der Siemens AG haben wird, war nicht zu erfahren.

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