Zeitung Heute : Kontrolle der Vielsprecher am Fernsprecher

FRANK BANTLE

Kontrolle der Vielsprecher am FernsprecherGebührenzähler registrieren Telefonkosten und sorgen für Transparenz im TarifdschungelVON FRANK BANTLE

Eltern, deren pubertierender Nachwuchs die Telefonrechnung durch Star-Hotlines oder Smalltalk mit Freunden in die Höhe treibt, sind nur eine Käufergruppe für Gebührenzähler.Auch immer mehr andere Telekom-Kunden wollen wissen, was die private oder geschäftliche Plauderei eigentlich kostet.Angesichts immer differenzierterer Tarife und Takte kein Wunder.Nur bedingt brauchbar ist in diesem Zusammenhang die Einzelverbindungsübersicht, die von der Telekom gegen eine einmalige Gebühr von 19 Mark mit der Telefonrechnung mitgeliefert wird.Grund: Angefallene Kosten lassen sich erst im Nachhinein ermitteln. Der Fachhandel verzeichnet deshalb steigende Nachfrage nach Gebührenzählern beziehungsweise Software-Programmen für die Gebührenermittlung.Klassiker sind dabei die kleinen Plastikkästchen mit digitaler Anzeige, die einfach in den linken Schlitz der Telefonbuchse gesteckt werden.Einzige Voraussetzung ist, daß der sogenannte "Gebührenimpuls" freigeschaltet ist.Dies erledigt die Telekom auf Antrag für 19 Mark pro Anschluß; für die Übermittlung des Impulses fällt dann monatlich eine Mark an. Die Zähler kosten zwischen 50 und 200 Mark und bieten je nach Hersteller verschiedene Ausstattungsmerkmale.Die Vorzeige-Modelle (zum Beispiel TC 1000 von Artel, GZ Pro von Conrad) zeigen exakt den angefallenen Mark- und Pfennigbetrag an, und während des Gesprächs die noch verbleibenden Sekunden bis zur nächsten Einheit.Per Knopfdruck lassen sich auch mehrere Konten einrichten - sinnvoll, wenn geschäftliche und private Telefonate geführt werden oder mehrere "Plaudertaschen" den Apparat benutzen. Der TC 1000 hat darüber hinaus so praktische Funktionen wie ein Logbuch und eine Anzeige beim Ausstecken.Zum Logbuch: Es verwaltet 200 Telefonate mit Kosten, Uhrzeit und Datum.So kann keiner der Nutzer später behaupten, er habe an jenem Tage gar nicht telefoniert... Auch mit Ausstecken des Gebührenzählers kommen Vielsprecher nicht weit.Denn selbst Stromunterbrechungen werden vom Logbuch registriert.Standardmerkmale aller kleinen Zähler sind die Anzeige der Einheiten, die Anzeige in Mark und das automatische Zurücksetzen auf Null. PC-Freaks können anstelle der Plastik-Kästchen auch auf Shareware zurückgreifen.Die Programme zum Preis von rund 30 Mark stellen Tarifzeiten übersichtlich am Bildschirm dar, verwalten große Datenmengen, bieten verschiedene Konten an und führen ein korrektes Logbuch.In der Praxis zeigen sie allerdings noch Kinderkrankheiten: So können bei einzelnen Systemen keine vollständigen Ausdrucke realisiert werden, andere haben Probleme mit der Unterscheidung von Mobilfunk- und Sondertarifen.Eine Gebührenermittlung ist dort schwer. Fachleute wie der Stuttgarter Autor Axel Burkert rechnen aber damit, daß die kommenden Versionen fehlerfrei funktionieren: "Bei Shareware lassen sich Up-dates rascher realisieren als bei kommerzieller Software".Sein Tip für Anwender: Datum und Uhrzeit der Rechner müssen korrekt eingestellt sein, weil die Gebührenzählerprogramme sich nach der Computeruhr richten und nur so Abend- und Wochenendtarife erfassen. Während für Profi-Anwender die softwaregestützten Zähler am Arbeitsplatz praktischer sein mögen, können Privathaushalte bedenkenlos die konventionellen Gebührenzähler installieren - insbesondere deshalb, weil sie ohne große Programmiertätigkeit alle Tarifvarianten sofort erkennen und selbst ausgehende Faxe verbuchen.Von CD-ROMs für die Tarifermittlung rät Telefon-Experte Burkert ab.Zwar bieten die Speichermedien allerlei Hilfsmittel wie Grafiken und Telefonliste, aber im Tarifüberblick bleiben sie statisch.Während die eine Variante überhaupt keine Änderungen der Tarife zuläßt, kann bei der anderen die Software zum Beispiel Mobilfunk-Nummern nicht mit den korrekten Tarifen erfassen.Angesichts der immer häufiger wechselnden Tarife im Fest- und Mobilnetz gehören die CD-ROMs deshalb oft zum alten Eisen, ehe sie richtig auf dem Markt sind. Gebührenzähler für die Steckdose bieten: Artel (t 089 / 813 24 75), Telekom (0130 / 0191), Conrad (0180 / 531 21 11). -Shareware für den PC bieten: Telesave 3.0, e-Mail "UliBerlin.aol.com"; Telefon-Gebühren 3.0, 04261 / 843 51; Telekom Uhr 1.14, e-Mail CIS 100574,2456.

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