Zeitung Heute : Kraftvoller und sehr dynamisch

Ingo von Dahlern

Knapp zwei Monate noch, dann steht sie in den Ausstellungsräumen der Mercedes-Niederlassungen und -Vertragspartner - die neue Generation der E-Klasse. Wie sie aussieht, das zeigte man allerdings schon jetzt. Denn auf dem soeben eröffneten Brüsseler Autosalon, der in diesem Jahr seinen 100. Gerburtstag feiert, gehört sie zu den viel beachteten Weltpremieren.

Sie hat, wie schon die aktuelle Generation, wieder ein Vier-Augen-Gesicht mit runden Doppelscheinwerfern. Aller Voraussicht allerdings das letzte seiner Art bei dieser Modellreihe. Denn wie zum Beispiel die erst kürzlich in Detroit vorgestellte Studie Vision GST zeigt, macht man sich bei Mercedes-Benz ernsthaft Gedanken über eine neue Frontoptik. Doch die nächste E-Klasse-Generation tangiert das noch nicht.

Sieht man die an, hat man auf den ersten Blick den Eindruck, es habe sich nur wenig geändert. Sieht man allerdings genauer hin, dann erkennt man schnell, dass die Unterschiede zwischen aktueller und neuer Generation doch größer sind. Denn die neue E-Klasse wirkt insgesamt sehr viel kraftvoller und dynamischer. Dazu tragen unter anderem die nun sehr viel flacher stehenden Frontscheinwerfer, der modifizierte Grill und die ausgeprägte Keilform mit dem kräftig wirkenden Heck sowie die die Breite des Fahrzeugs betonende Frontschürze des 4,82 Meter messenden Autos bei.

Vorbildliche Agilität. ein sportwagenähnliches Handling und ein perfektes Kurvenverhalten sollen zu den besonderen Eigenschaften der neuen E-Klasse-Generation gehören. Die technischen Voraussetzungen dafür schaffen eine neu entwickelte Vierlenker-Vorderachse und eine zum größten Teil aus Aluminium gefertigte Raumlenker-Hinterachse. Damit der Fahrer auch in extremen Situationen nicht allein gelassen wird, stattet Mercedes-Benz nicht nur mit der Fahrdynamikregelung ESP aus, sondern - und das geschieht erstmals bei einem Großserienmodell - auch mit dem elektrohydraulisch gesteuerten Bremssystem Sensotronic Brake Control (SBC). Dieses System, das für jedes Rad individuell in jeder Situation den optimalen Bremsdruck liefert, hatte seine Premiere erst vor wenigen Monaten im neuen Mercedes SL.

SBC ist aber nicht die einzige technische Innovation bei diesem Auto. Denn erstmals verfügbar ist nun auch das weiterentwickelte Luftfederungssystem Airmatic DC, das mit seiner leistungsfähigen Elektronik gleichzeitig Federung und Dämpfung steuert und für jede Fahrsituation die jeweils optimale Stoßdämpferkraft und Federrate einstellt. Dieses System ist Serienausstattung beim Spitzenmodell E 500 und wird auf Wunsch auch für alle anderen E-Klasse-Modelle angeboten.

An den Start geht die neue E-Llasse erst einmal mit fünf Motoren - drei Benzinern mit sechs und acht Zylindern, deren Leistungsspektrum von 130 kW bis 225 kW (177 PS bis 306 PS) reicht, und zwei modernen direkt einspritzenden Turbodieseln mit Common Rail, deren Vierzylinder 110 kW (150 PS) und deren Fünfzylinder 130 kW (177 PS), leistet. Beide Triebwerke sind kräftiger und zugleich sparsamer als ihre Vorgänger, denn sie gehören zur zweiten Generation von CDI-Motoren. Der Vierzylinder hat darüber hinaus als erster CDI von Mercedes zwei gegenläufige Ausgleichswellen.

Innovativ ist sind auch der aktive Multikontursitz, neue Elemente des Sicherheitssystems und eine Fülle weiterer Techniken der E-Klasse, deren Preise bei 30 400 Euro beginnen und trotz aller Verbesserungen nicht sehr viel höher sind, als bei der noch aktuellen E-Klasse.

Bleibt zum Schluss eigentlich nur noch die Frage, ob dieses neue Auto in der Praxis ebenso dynamisch und komfortabel ist, wie es seine technischen Vorgaben erwarten lassen. Schon in Kürze werden wir Gelegenheit haben, das ausführlich zu erproben - und dann werden wir umgehend umfassend über die ersten Eindrücke am E-Klasse-Steuer berichten.

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