Zeitung Heute : Krieg ohne Hysterie

FRANK NOACK

Kaum hat "The Thin Red Line" zum Vergleich mit "Saving Private Ryan" eingeladen, da zeigt das Panorama einen russischen Film mit fast identischer Thematik.Alexander Rogoschin benötigte für "Blokpost" nur einen Bruchteil des Budgets von Malick und Spielberg, und er kann weder mit Stars noch mit Überlänge aufwarten; der starke Gesamteindruck ist jedoch derselbe."Blokpost" spielt in einer nicht näher bestimmten Gegenwart und zeigt, daß alle Soldaten nicht nur potentielle Mörder, sondern auch potentielle Mordopfer sind.Nachdem ein kleiner Junge beim Spielen mit einer Handgranate umgekommen ist, findet sich eine Gruppe von Soldaten in der Rolle des Sündenbocks wieder.Die Männer werden strafversetzt und müssen an einem abgelegenen Ort eine Straßensperre errichten.Ab und zu kommen zwei Frauen aus dem Nachbardorf vorbei, und die Soldaten geben ihr letztes Geld für Liebesdienste aus.Sie können sich über ihre Strafversetzung nicht beklagen - bis ein Scharfschütze ihnen den Schlaf raubt.Rogoschin kommt selbst dann, wenn es dramatisch wird, ohne hektische Kamerabewegungen aus und betont die ruhige Schönheit der Landschaft.

Heute 17 Uhr (International), 20.2., 19 Uhr (Royal-Palast), 21.2., 21 Uhr (Atelier am Zoo)

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