Zeitung Heute : KRIEGSDRAMA

In the Land of Blood and Honey.

von

Bombenexplosionen, Erschießungen, Deportationen und Vergewaltigungen. Angelina Jolie inszeniert die ersten 20 Minuten ihres Regiedebüts als quasidokumentarischen Höllentrip, der mitten in den Bosnienkrieg hineinführt. Darüber vernachlässigt sie jedoch die Einführung ihrer Hauptfiguren, was deren Glaubwürdigkeit schadet: Die muslimische Malerin Ajla und der serbische Polizist Danijel sind nur in einer einzigen Tanzszene miteinander zu sehen, bevor die Bar in Sarajevo explodiert und die beiden sich in einem Lager wiedersehen. Er ist der Kommandant, sie Gefangene. Die tiefen Gefühle zwischen ihnen bleiben den ganzen Film über eine Behauptung, auf der ein riesiges, absurdes Gebäude fußt. Jolie, die auch das Drehbuch schrieb, verhebt sich bei dem Versuch, die Geschichte einer unmöglichen Liebe als doppelbödiges Vabanque-Spiel zu erzählen. Hart. Nadine Lange

USA 2011, 127 Min., R: Angelina Jolie, D: Zana Marjanovic, Goran Kostic, Rade Serbedzija

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