Zeitung Heute : KRIEGSFILM

Waffenstillstand

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„Tut mir leid“. Mehr fällt ihnen nicht ein. Der Ärztin Kim nicht, als Journalist Oliver, den sie mit in die umkämpfte Stadt Falludscha genommen hat, bei einem Angriff angeschossen wird. Dem Arzt Alain (Matthias Habich, Foto) nicht, als Kim ihn beim Morphiumspritzen erwischt. Und auch Oliver nicht, der seinen Kollegen mit in Gefahr gebracht hat. Idealisten sind sie alle: die Ärzte, die sich um die zivilen Opfer kümmern, die Journalisten, die daran glauben, mit einem Bericht die Lage verändern zu können. Nur die Soldaten sind zynische Realisten: „Ich kann Sie nicht hindern, sich in Gefahr zu begeben“, ruft ihnen der US-Offizier hinterher. Lancelot von Naso hat mit seinem Debüt „Waffenstillstand“ einen Kriegsfilm aus Opfer- und Helferperspektive drehen wollen. Leider ist das Ergebnis genauso blauäugig wie die Protagonisten. Gut gemeint. Christina Tilmann

„Waffenstillstand“, D 2009, 95 Min., R: Lancelot von Naso, D: Max von Pufendorf, Matthias Habich, Thekla Reuten, Hannes Jaenicke

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