Zeitung Heute : KROATIEN IST DEUTSCHLANDS VIERTELFINAL-GEGNER: Davor Suker ist Kroatiens Erfolgsgarant

BORDEAUX .Davor Suker hat den rumänischen Höhenflug gestoppt und Kroatien eine Neuauflage des EM-Viertelfinales 1996 gegen Deutschland beschert.Mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 45.Minute löste der 30 Jahre alte Stürmer von Real Madrid in Bordeaux beim 1:0 (1:0)-Achtelfinalsieg gegen Rumänien das Ticket zum Einzug in die Runde der letzten Acht, wo der WM-Neuling im Duell mit dem Europameister auf Revanche sinnt."Meine Spieler haben konzentriert und clever agiert", lobte Trainer Miroslav Blazevic und blickte bereits auf die Partie am Sonnabend in Lyon voraus: "Die Deutschen sind gute Freunde.Es macht immer wieder Spaß, gegen sie zu spielen."

Obwohl die Kroaten auch gegen Rumänien den Nachweis ihrer Klasse schuldig blieben und Berti Vogts und Co.für das bevorstehende Duell keinen allzugroßen Respekt einflößen konnten, wurden sie von Rumäniens Coach Anghel Iordanescu auf den Favoritenschild gehoben."Der Sieg war verdient, weil Kroatien über 90 Minuten besser war.Ich glaube, daß sie auch im Viertelfinale gewinnen werden." Erfolgsgarant für Kroatien war Suker, der bei seinem dritten Turniertor Nervenstärke bewies, als er vor 34 000 Zuschauern im Stadion Lescure einen Foulelfmeter (45.) im zweiten Versuch zum goldenen Tor verwandelte."Ich war vor dem Elfmeter nervös wie nie zuvor", sagte Suker.

44 Minuten lang hinterließen die Akteure auf beiden Seiten nicht den Eindruck, als seien sie unbedingt an einem Weiterkommen interessiert.Die Ball-Virtuosen aus Osteuropa entpuppten sich als biedere Handwerker ohne Entschlußkraft.Behäbiger Spielaufbau, kaum Tempowechsel und so gut wie keine Torraumszenen kennzeichneten eine Begegnung, die im Zeichen taktischer Erwägungen stand.Immerhin verzeichneten die Kroaten ein leichtes Plus an Feldanteilen und im zweiten Durchgang auch an Chancen.

Mit einem berechtigten Elfmeterpfiff sorgte Schiedsrichter Castrilli für den einzigen echten Höhepunkt einer faden ersten Spielhälfte.Als Gabriel Popescu seinen Gegner Asanovic in den Klammergriff nahm, deutete der Referee aus Argentinien auf den Punkt.Suker verwandelte den Strafstoß im zweiten Anlauf, nachdem Castrilli den ersten ebenfalls erfolgreichen Versuch des 30jährigen zurückgepfiffen hatte.Ein kroatischer Mitspieler war bei der Ausführung zu früh in den Strafraum gelaufen.

Trotz des Rückstandes behielten die Rumänen ihre vorsichtige Spielweise bei.Weder der alternde Star Hagi, der in der 57.Minute von Craioveanu abgelöst wurde, noch der Kölner Munteanu hauchten den Aktionen ihrer Mannschaft Leben ein.Eine Rettungstat von Ciobotariu gegen Boban (53.) verhinderte den vorzeitigen K.o.der Iordanescu-Elf.Vor allem in der Schlußphase war bei den Rumänen kein Aufbäumen gegen die Niederlage zu erkennen.Die Kroaten ihrerseits vergaben selbst klarste Möglichkeiten zur Erhöhung des Resultats.

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