Zeitung Heute : Kulturstädte 2001: So viel Kultur war nie

Gleich neun "Kulturstädte Europas" hatte die Europäische Union (EU) für das runde Jahr 2000 ausgerufen. Avignon, Bergen, Bologna, Brüssel, Krakau, Helsinki, Prag, Reykjavik und Santiago de Compostela hatten es angesichts der massiven Konkurrenz schwer, Argumente zu finden, warum das internationale Kulturpublikum ausgerechnet dort Station machen sollte. So blieb das Kulturstadt-Jahr vielfach ein eher regionales Ereignis. Rotterdam und Porto sind im Jahr 2001 zu zweit und können deshalb mit größerer Aufmerksamkeit rechnen.

Ausgehend von einer Idee der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri, benennt die EU seit 1985 für jeweils ein Jahr eine Kulturstadt Europas. In der jeweiligen Stadt wird zwölf Monate lang ein besonderes Kulturprogramm mit nationalen und internationalen Produktionen geboten. Damit sollen nach dem Wunsch der EU "der Reichtum und die Vielfalt sowie die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa herausgestellt und ein Beitrag zu einem besseren Verständnis der Bürger Europas füreinander geleistet werden".

Bis 1999 wurde nur jeweils eine Kulturstadt bestimmt. Zu dieser Praxis will die EU im Jahr 2005 zurückkehren. Dann soll je ein EU-Land nach dem Rotationsprinzip selbst eine Kulturstadt wählen können. Bis dahin sind die Auszeichnungen bereits an Brügge und Salamanca für das Jahr 2002, Graz für 2003 sowie Genua und Lille für 2004 vergeben. Die beiden bisherigen deutschen Titelträger waren Berlin im Jahr 1988 und Weimar im Jahr 1999.

In dieser Ausgabe stellen wir Rotterdam/a> und die geplanten Aktivitäten im Kulturjahr vor. In der kommenden Ausgabe vom 14. Januar werden wir uns Porto widmen.

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