Zeitung Heute : Kunst mit großer Wirkung:   das Erzählen Neue Fortbildung in Kunst, Musik und Spiel

Michael ramm

Geschichtenerzählen im Beruf: Das ist sinnvoll für Schauspieler, Lehrer, Therapeuten und Sozialarbeiter. Im September beginnt an der UdK Berlin der erste universitäre Weiterbildungskurs für „Künstlerisches Erzählen – Storytelling in Art and Education“. An 16 Wochenenden können sich Künstler, Pädagogen und weitere Interessierte berufsbegleitend zur Erzählerin oder zum Erzähler weiterbilden und an ihrer Stimmtechnik, Kommunikations- und Improvisationsfähigkeit sowie Phantasiebildung arbeiten.

Ins Leben gerufen hat die Weiterbildung die ehemalige Professorin für Theaterpädagogik Kristin Wardetzky. Sie initiierte auch ein anderes Erzählprojekt: „ErzählZeit“ schickt jeweils ein Jahr lang Erzähler und Erzählerinnen wöchentlich für eine Stunde in Schulen, um internationale Märchen und Mythen zu erzählen. Es sei eine Freude zu sehen, sagt Wardetzky, wie Kinder, die sonst keine zehn Minuten still sitzen können, auf einmal vierzig Minuten gebannt und konzentriert an den Lippen der Erzählerinnen hingen. Vor allem Schüler mit Migrationshintergrund profitierten von dem Angebot. Der Projektfonds Kulturelle Bildung fördert das Projekt „ErzählZeit“ für das kommende Schuljahr mit 194 000 Euro.Michael ramm

Infos unter www.udk-berlin.de/ziw/kurse oder beim Rundgang in Raum 104b der Hardenbergstraße 33 und unter www.erzaehlkunst.com

Lehrer haben es nicht leicht, Kunst- und Musiklehrer schon gar nicht. Ihre Fächer gelten oft als bloße Spielerei, in denen sich die Kinder vom anstrengenden Mathematikunterricht ausruhen sollen. Wie man Schülern die künstlerischen Fächer näher bringt und auch selbst neue Fertigkeiten erlernt, zeigt die Universität der Künste in ihrem neuen Weiterbildungsprogramm „Kunst, Musik und Darstellendes Spiel“. Dort treffen Lehrer mit erfahrenen Dozenten zusammen, probieren, tauschen sich in der Gruppe aus und sammeln künstlerische Erfahrungen.

Seit Anfang dieses Jahres können an der UdK neben Lehrenden auch Liebhaber der schönen Künste sich in ganz unterschiedlichen künstlerischen Techniken fortbilden: vom Siebdruck über das Formen von Porzellan bis hin zu Fotografie. Sie können der Frage nachgehen, welche Rolle die Musik in der Malerei spielt oder wie man Lieder auf der Gitarre erfindet. Die ein- bis viertägigen Kurse kosten zwischen 25 und 345 Euro, abhängig von der Seminarlänge und anfallenden Materialkosten.

Otfried Scholz, Honorarprofessor für Kunstdidaktik und Ästhetische Erziehung an der UdK Berlin, hat das Programm initiiert, um „die Werkstätten und Angebote der Hochschule zugänglich zu machen. Wir haben hier so viele Qualitäten, die wir auch Außenstehenden anbieten wollen.“ Damit orientiert sich die Universität an den Zielen der beiden „Weltkonferenzen zur Kunsterziehung“ der Unesco, die Erwachsene zu lebenslangem Lernen ermutigen und die musische Förderung von Kindern verstärken will.

„Eine Kooperationspartnerin für Künstler und Lehrer sein“, so sieht Otfried Scholz die Aufgabe der Universität. Davon profitieren beide Seiten: Absolventen und Professoren, die den Kontakt zur Alma Mater weiter pflegen möchten, können ihr Wissen an andere Kunstinteressierte weitergeben. Und die Hochschule hat die Möglichkeit, sich in einem erweiterten Kreis zu präsentieren.

Die pensionierte Musiklehrerin Ulla Ibbeken jedenfalls war begeistert von dem Kurs „Wiederentdecken ruhender Fähigkeiten“ für Violine und Viola bei Hans Joachim Greiner. „Die Zuwendung in dem kleinen Kurs war sehr intensiv und individuell“. Würde sie Privatunterricht für Geige geben, so könnte sie vieles von dem anwenden, was sie in diesen drei Tagen gelernt hat. Für das zweite Fortbildungsprogramm, das Ende Juli anläuft, erhofft sich Otfried Scholz auch verstärkt von Seiten der Schulen Anregungen für neue Weiterbildungen, in denen Lehrer Impulse für die Gestaltung ihres Unterrichts gewinnen können. Willkommen sind alle Interessierten, die „sich in der Kunst ausdrücken und ihrer Phantasie freien Lauf lassen wollen, fernab von der Hektik des Alltags“. Julia Wießner

Beim Rundgang präsentiert sich das Zentralinstitut für Weiterbildung im Raum 104 b des UdK-Gebäudes in der Hardenbergstraße 33. Hier gibt es Informationen zu allen Weiterbildungsstudiengängen, Fortbildungsreihen und Zertifikatskursen.

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