Zeitung Heute : Kurzes Glück

FRANK NOACK

Coming Out: "Amazing Grace" Mehrere große Themen hat der 1993 gestorbene Regisseur Amos Gutman in seinem letzten Film angepackt: Aids, Holocaust, die Familie als Gefängnis.Dennoch wirkt "Amazing Grace" nie überladen.Im Zentrum dieses leisen Films steht der 18jährige Jonathan, ein netter Jüngling, der sich endlich dazu durchgerungen hat, mit seinem Freund Mickey zusammenzuziehen.Ein kurzes Glück; Mickey geht ständig fremd und wird schließlich als Deserteur vom Militär abgeholt.Jonathan könnte sich mit seinem neuen Nachbarn Thomas trösten, dem jedoch nicht nach einer Affäre zumute ist: Thomas hat Aids und ist aus den USA nach Tel Aviv zurückgekehrt, um sich mit Mutter und Großmutter auszusprechen. Diese beiden Frauen, Holocaust-Überlebende, müssen nun schon wieder dem Tod ins Gesicht sehen.Jonathan verhilft die Konfrontation mit dieser ungewöhnlichen Familie zu einem Reifeprozeß.Da Gutman auf plakative Reden und bequeme Konfliktlösungen verzichtet, zwingt er seine Zuschauer eher zum Nachdenken als das US-Pendant "Marvins Töchter".Auch dort geht es darum, wie eine zerrüttete Familie durch einen bevorstehenden Tod zusammengehalten wird.FRANK NOACKXenon (Original m.engl.Untertiteln)

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