Zeitung Heute : Kurzmeldungen

Ingo Wolff

Eine echten Fahrplanwechsel gibt es zum Sommer nicht. Die Deutsche Bahn bleibt bei ihrem seit Dezember gültigen Zeitplan. Die Bahn wechselt ihre Fahrzeiten nur noch zum Winter. Es gibt nur kleinere Anpassungen im Regional- und Fernverkehr.

Deshalb kommt die entscheidende Veränderung für Berliner und Brandenburger bei diesem kleinen Fahrplanwechsel nicht aus dem Fern- sondern aus dem Nahverkehr. Seit dem 19. April ist die Stadtbahn zwischen den Bahnhöfen Charlottenburg und Zoologischer Garten wieder für S-Bahn-Züge der Linien S 5, S 7, S 75 und S 9 befahrbar. Damit ist die mehr als einjährige Sperrung zwischen den beiden Bahnhöfen vorbei. Die moderne Sicherungs- und Leittechnik ermöglicht nach Abschluss aller Arbeiten zwischen Bahnhof Zoo und Bahnhof Westkreuz einen Zugabstand von 90 Sekunden auf der Stadtbahn. Doch auch auf den Regionalverkehr hat die Wiederinbetriebnahme von Charlottenburg Auswirkungen. Die Regionalexpresslinie RE6 kann jetzt wieder ihr ursprüngliches Ziel Charlottenburg anfahren.

Während Tausende Pendler wieder ihren gewohnten Weg durch die Innenstadt nehmen und auf Ersatzverkehr und Umwege verzichten können, bekommen die Kunden auf anderen S-Bahn-Strecken die Folgen des neuen Verkehrsvertrages zwischen dem Senat und der S-Bahn schon zu spüren. Wegen der Kürzung der Zuschüsse durch den Senat streicht die S-Bahn an ihrem Angebot: zunächst jedoch moderat. So fahren am Wochenende sowie feiertags keine Züge mehr auf der S45 zwischen dem Flughafen Schönefeld und Hermannstraße sowie auf der S8 zwischen Grünau und Zeuthen. Nach Schönefeld gibt es damit bei der S-Bahn am Wochenende nur noch einen 20-Minuten-Verkehr von Grunewald über die Stadtbahn. Überlegungen, auch auf der S25 nach Lichterfelde Süd den Zugabstand von zehn auf 20 Minuten zu erweitern, sind dafür vorerst vom Tisch.

Einschränkungen müssen Fahrgäste in den kommenden Wochen auch bei der U-Bahn in Kauf nehmen. Im Lauf des Jahres folgen zum Teil mehrmonatige Sperrungen auf den Linien U 1 und U 5. Hier müssen die Anlagen saniert werden.

Gebaut wird bis Dezember 2004 auch noch an der rund drei Kilometer langen neuen S-Bahntrasse zwischen Teltow und Lichterfelde. Noch finden umfangreiche Erdbauarbeiten zwischen der Mahlower Straße in Teltow und dem S-Bahnhof Lichterfelde Süd statt, doch am Ende des Jahres soll die Verlängerung der S 25 ins Umland in Betrieb gehen.

Umwege müssen auch Fahrgäste der Regionalbahn einplanen. Die Linie RB24 kann baubedingt den Bahnhof Berlin-Schöneweide nicht bedienen und verkehrt von Berlin-Lichtenberg über Eichgestell und Flughafen Berlin-Schönefeld nach Wünsdorf.

Während sich im Flugverkehr (siehe Text unten) in Berlin einiges tut und Schönefeld zum kräftig wachsenden Luftkreuz für Billigflieger entwickelt, ist der Bahnhof auf dem Landweg immer schlechter zu erreichen. Neben den Einschränkungen bei der S-Bahn soll auch der Fernverkehr an Schönefeld vorbeiführen. Von Juni an sollen die ICE-Züge auf der Linie Hamburg-München nicht mehr am Flughafenbahnhof halten. Dadurch will die Deutschen Bahn die Pünktlichkeit der Züge verbessert werden.

Wem die ewige Sucherei nach der richtigen Verbindung zu lästig ist, bekommt jetzt Hilfe von seinem Handy. Über die nächste Tram, den Anschluss per U-Bahn und verspätete Busse können sich Berliner und Hauptstadtbesucher seit kurzem auch per SMS informieren. Dem Fahrgast werden dabei die nächsten fünf Abfahrten der jeweiligen Haltestelle - mögliche Verspätungen bereits eingerechnet - auf sein Handy übermittelt. Binnen weniger Sekunden sollen die durch Satellitenortung der Busse und Bahnen aktualisierten Zeiten auf dem Display erscheinen. Der Kunde trägt demnach nur die gewöhnlichen Netz-Kosten für eine Standard-SMS an die Nummer 77377, in die er die sechsstellige Standortnummer seiner Haltestelle eingeben muss. Die kostenlose SMS-Anwort soll sich durch angehängte Werbebotschaften finanzieren.

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