Zeitung Heute : Landowsky-Affäre: "Wir werden jetzt alles überprüfen"

Hat Sie Landawskys Entscheidung[seinen Bankposten]

Hat Sie Landawskys Entscheidung, seinen Bankposten aufzugeben, überrascht?

Nein. Er hat eine Prioritätenentscheidung für sich getroffen. Es ist eine Entscheidung zugunsten der Bank, die aus einer misslichen Diskussion herausgehalten werden muss. Sie hat in keiner Weise mit Fehlern in der CDU bei der Verbuchung von Spenden zu tun. Als Regierender Bürgermeister lege ich Wert darauf, dass die Arbeit der Bank, für deren Entwicklung Klaus Landowsky 28 Jahre Verantwortung getragen hat, ohne Spekulationen, Verdächtigungen oder Komplikationen fortgesetzt werden kann.

Er hat sich damit für die CDU entschieden. Stand die Erfolgspartnerschaft Diepgen-Landowsky in Frage?

In der Abwägung hat er sich für die Arbeit im Abgeordnetenhaus entschieden. Es ist richtig, dass sich die politische Achse, die Zusammenarbeit zwischen dem Regierenden Bürgermeister und dem Fraktionsvorsitzenden der CDU, in den letzten Jahren sehr bewährt hat. Das ist ein Unterschied zu vielen anderen Bundesländern.

Sie sind auch Parteivorsitzender. Nun wird in Berlin, wie im Bund, nach schwarzen Kassen gefragt. Können Sie ausschließen, dass es in Ihrem Landesverband geheime Konten gegeben hat?

Wir haben klare Richtlinien. Und ich habe in diesem Vorgang festgestellt, dass es Fehler bei der Rechnungslegung, bei der Pflicht zur Verbuchung gegeben hat. Wir werden jetzt alles überprüfen. Aber wie überall kann man nur das prüfen, was bekannt ist.

Diese Krise hätte Anlass sein können für einen Generationswechsel in der CDU. Fehlte es an Nachwuchs?

Ein Generationswechsel, der von einer tatsächlichen oder vermeintlichen Krise ausgeht, ist im Regelfall nicht die Basis für weitere positive Arbeit. An dem Generationswechsel in der Berliner Union in den angemessenen Zeitabläufen wird sich nichts ändern. Meine Position hat sich jedenfalls nicht verändert.

Sie wollen also in absehbarer Zeit einen Wechsel herbeiführen?

Jeder Funktionsträger hat dafür Sorge zu tragen, dass zum angemessenen Zeitpunkt die Nachfolge vorbereitet ist. Was mich betrifft, war, ist und bleibt die Antwort: Im Jahre 2003 werde ich mich nach Rücksprache mit der Partei entscheiden, wie ich mir meinen Weg weiter vorstelle. Ansonsten gehen Sie bitte von Kontinuität der Arbeit in der Koalition und der Arbeit der Union für das Land aus.

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