Zeitung Heute : Leben mit Beben

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Ein Erdbeben hat Tokio erschüttert. Wie kommt es, dass Experten die Wahrscheinlickeit künftiger Beben vorhersagen können?

Das Grummeln der Erde begann, als sich eine Million Menschen in Japans Hauptstadt Tokio zu einer Bebenübung versammelt hatten. Wenige Stunden nach Beginn der Übung trat der Ernstfall mit einer Stärke von 5,8 auf der Richterskala ein. Plötzlich wackelte nicht mehr nur der Erdbebensimulator, sondern der Boden.

Das Beben war vergleichsweise harmlos. Doch das Risiko eines wirklich verheerenden Bebens in Tokio ist hoch. Betroffen wären nicht nur die acht Millionen Einwohner der Stadt, gefährdet wären Wohnhäuser, Schulgebäude, Industriekomplexe im gesamten Großraum mit insgesamt 33 Millionen Einwohnern. Ein japanisches Forscherteam hat jetzt die Häufigkeit, Abstände und Stärke großer Erdbeben in den vergangenen 120 Jahren untersucht. Mit einem neuen statistischen Modell lässt sich auf Grund dieser Daten die Wahrscheinlichkeit einer künftigen starken Erschütterung berechnen. Das Ergebnis: Mit 30prozentiger Wahrscheinlichkeit werde die Stadt in den nächsten zehn Jahren von einem Beben der Stärke sieben heimgesucht, sagen die Seismologen. Betrachtet man den Zeitraum der kommenden 50 Jahre, steige die Wahrscheinlichkeit sogar auf 90 Prozent.

Der Inselstaat gehört zu den Gebieten, die weltweit am stärksten von Erdbeben betroffen sind. Dies liegt daran, dass genau dort drei tektonische Platten aufeinander treffen: die Eurasische, die Pazifische und die Philippinische. Gerade in den Grenzgebieten dieser Platten entladen sich Spannungen im Gestein oft ruckartig und führen so zu starken Beben.stz

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