Zeitung Heute : Left Darlings

Berlinale-Lieblingsfilme der Tagesspiegel-Kritiker Andreas Conrad"The Butcher Boy" von Neil Jordan (Wettbewerb).Endlich ein Film, bei dem einem nicht gleich ein halbes Dutzend andere einfallen.Eine Sozialstudie, doch eine mit Witz, nicht voller Weinerlichkeit.Und den Namen des jungen Eamonn Owens sollte man sich merken. Silvia Hallensleben"Les Demoiselles de Rochefort", von Jacques Demy, 1966, (Catherine Deneuve-Hommage): Wie kann etwas so unverfroren Modisches zugleich so zeitlos sein? Es lebe das Fernsehballett und der Farbfilm! Susanne Kippenberger"W toj stranje" von Lidija Bobrowa (Forum).Weil er ist wie das richtige Leben: klein, komisch, traurig und lächerlich.Weil er mit Liebe gemacht ist und echte Menschen zeigt, von denen einige sich wunderbar selber spielen. Simone Mahrenholz"Sue" von Amos Kollek (Panorama), der anhand des unaufhaltsamen Abstiegs einer jungen Frau in New York den "Stand der Dinge" in den Metropolen zeigt - und dies poetisch, zärtlich, komisch, wahr. Harald MartensteinGebrauchsanweisung für Kritiker: Was will der Film sein? Ist er das geworden, was er sein möchte? In diesem Sinn habe ich drei perfekte Filme gesehen: "The Big Lebowski" von Joel und Ethan Coen (Wettbewerb), "The Big One" von Michael Moore (Forum) und "Sue" (Panorama). Susanna Nieder"Life During Wartime" von Evan Dunsky (Panorama) ist nicht der einzige Lieblingsfilm-Anwärter - aber eindeutig der komischste.Die Satire auf die amerikanische Sicherheitsparanoia ist wie "Pulp Fiction" ohne Blutvergießen.Eine echte Leistung. Frank Noack"Jeanne et le garçon formidable" von Olivier Ducastel und Jacques Martineau (Wettbewerb).Ein zauberhafter, verrückter, unmöglicher Film, auf den man nur mit Spott oder Schwärmerei reagieren kann.Ich habe mich für letzteres entschieden. Moritz Rinke"Central do Brasil" von Walter Salles (Wettbewerb)."Ich glaube, dieser Film gewinnt!" (Tagesspiegel, 15.Februar 1998) Christian Schröder"I Want You" von Michael Winterbottom (Wettbewerb).Eine dreieckige Romanze steigert sich zum gänsehautmachenden Melodram, und von Kitsch keine Spur: Nichts ist so grausam wie die Liebe. Jan Schulz-Ojala"I Want You" von Michael Winterbottom (Wettbewerb).Weil der Regisseur unerschrocken seinen Traum erfindet.Weil er der Film-Musik ihre Würde zurückgibt.Weil er seine verletzliche Geschichte in konzisen 87 Minuten erzählt, statt rumzuwagnern wie die meisten.

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