Zeitung Heute : Lernen aus eigenem Antrieb

KURT SAGATZ

Berliner Lehrer lassen sich auf eigene Kosten am PC unterweisenVON KURT SAGATZWer sich als Lehrer im Umgang mit den neuen elektronischen Medien weiterbilden will, muß nicht selten unkonventionelle Wege gehen.Anders ist die große Resonanz auf die Lehrerschulungsprogramme der Berliner SPC-Unternehmensgruppe nicht zu verstehen.Die Gesellschaft hat allein in den letzten vier Monaten rund 100 Lehrer in der Nutzung von Computern, dem Gebrauch des Textverarbeitungsprogramms Word oder dem Zugang zum Internet unterwiesen - und zwar auf Kosten der Lehrer und nicht der Schulen.Daß die Weiterbildung in diesem von schnellen Innovationszyklen geprägten Bereich nicht allein durch staatliche Stellen erfolgen kann, haben auch die Verantwortlichen in der Senatsschulverwaltung längst erkannt.So soll ein Teil der Gelder, die dem Land von der Lottogesellschaft für das Projekt "Computer in die Schulen" (kurz: CidS) zur Verfügung gestellt werden, gerade auch der Lehrerweiterbildung zugute kommen.Für das Programm CidS stehen in diesem und in den nächsten beiden Jahren rund zehn Millionen Mark pro Jahr bereit.Hinter der Idee, nicht nur die Schüler auszubilden, steht ein Gedanke, der so simpel wie einsichtig ist: Die schönste Hardware nutzt weder der Schule noch den Schülern, wenn die Lehrer sie nicht sinnvoll in den Unterricht integrieren können.In Zukunft soll ein Teil des Schulungsaufwandes von privaten Einrichtungen erledigt werden, auch SPC hat sich darum beworben.Das Unternehmen kooperiert bei den Lehrerkursen übrigens mit dem Klett-Verlag, von dem die Unterrichtsmaterialien stammen.Von den Erfahrungen, die das Unternehmen - das unter dem Namen Futurekids auch Kindern den Umgang mit dem Computer nahebringt - in den letzten Monaten mit der Ausbildung von Lehrern gemacht hat, kann schon jetzt gelernt werden.Julian Affeldt, bei SPC für die Lehrerkurse zuständig, hält es für eine der wichtigsten Erkenntnisse, die Lehrer auf der Computer-Schulbank nicht mit überzogenen Lernzielen zu verschrecken.Genau wie die meisten anderen Menschen über 40 haben auch viele Lehrer bislang nur sehr wenig mit Computern zu tun gehabt.Vor allem in den Seminaren für Anfänger und Einsteiger werden daher erst einmal die Voraussetzungen geschaffen, daß später die nutzbringenden Programme beherrscht werden können.Auch macht es nach Affeldts Einschätzung keinen Sinn, das gesamte Pensum vom Einstiegskurs bis zum Seminar über die Gestaltung einer Homepage in allzu kurzer Zeit absolvieren zu wollen.Besser sei es, zwischen den einzelnen Abschnitten Pausen zu machen, um das Gelernte im Alltag anwenden zu lernen.Daß der Preis von 220 Mark für einen sechsstündigen und von 320 DM für einen zwölfstundigen Kurs von den Lehrern als durchaus akzeptabel empfunden wird, zeigt eine Schule aus Treptow.Von dort hat sich gleich ein ganzes Kollegium zur Schulung angemeldet.Nähere Informationen erteilt SPC unter Telefon: 896 79 920.

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