LESUNGDer „Literarische Nachtclub“ von Blumenbar und Berlin Verlag : Prosa am Plattenspieler

Gerrit Bartels

So gehört sich das, wenn ein Verlag neu in Berlin aufschlägt: Er kommt nicht einfach nur, er partizipiert nicht nur an der Vielfalt der Stadt, sondern er versucht selbst, das literarische Leben zu bereichern und Neuerungen einzuführen. Der Blumenbar Verlag ist vor kurzem von München nach Berlin-Mitte gezogen, nicht zuletzt weil er mit dem Berlin Verlag einen stämmigen Vertriebspartner gefunden hat, und er führt sich nun in Zusammenarbeit mit dem Berlin Verlag gleich mit einem „Literarischen Nachtclub“ ein. Eine Mischung aus Literatur und Club, so lautet das Versprechen der monatlich geplanten Reihe namens „Hardcover“.

Das kommt aus vielerlei Gründen nicht von ungefähr: Seit seiner Gründung 2002 fühlt sich der Blumenbar Verlag der Popkultur verbunden, veröffentlicht er Bücher an der Schnittstelle von Pop und Literatur, versucht er gezielt ein jüngeres Publikum anzusprechen und verschiedene Szenen zusammenzuführen (was in München mit einer ähnlichen Literatur-Club-Reihe sehr gut funktioniert hat). Zudem hat er seine Räume in einem Gebäude in Mitte gefunden, in dem auch der WMF-Club seine inzwischen siebte Heimstatt hat. Folglich arbeitet neben dem Gorki Theater auch das WMF bei diesem Nachtclub mit. So gibt es ab Mitternacht immer DJ-Sets.

Vorher aber wird gelesen. Beim „Grand Opening“ an diesem Donnerstag sind es Alexander Schimmelbusch (Foto) und Leif Randt, die aus ihren neuesten Büchern lesen, sowie Franz Dobler, der Leonard-Cohen-Songs covert und „Cohen-Gedichte am Plattenspieler“ liest – was immer man sich darunter vorzustellen hat. Gerrit Bartels

Hardcover, Do 3.12., 21 Uhr, 8 €, erm. 5 €

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