LESUNGEN„9. Berliner Wintersalon – Geschichten in Jurten“ : Liebe im Wandel

Gerrit BartelsD

Sie haben ihren Charme, die beiden Jurten, die inzwischen zum neunten Mal im Sony Center am Potsdamer Platz aufgestellt werden. Lesungen in mongolischen Rundzelten mit wärmendem Filz – da wird man automatisch aus der schnöde kapitalistischen Warenwelt des Potsdamer Platzes in eher geistige, betont antikapitalistische Gefilde katapultiert. Wiewohl auch die „Geschichten in Jurten“ nicht zuletzt von ihrem Event-Charakter profitieren.

Am Ende ist es auch in den Jurten wie immer das Programm, das zählt, das die Leute gezielt anzieht. Und daran ist dieses Jahr wieder einmal nichts auszusetzen. Zum Thema „Weltenwandel. Umbruchzeiten und Neubeginn“ hat Organisatorin Britta Gansebohm über 30 Autoren für ihren „Berliner Wintersalon“ gewinnen können, deren Lesungen durch die Bank empfehlenswert sind. Zum Beispiel die von Tagesspiegel-Redakteur und USA-Korrespondent Christoph von Marschall, der aus seinen Biografien über Barack Obama und Michelle Obama liest. Oder jene von Rainer Schmidt aus seinem Berlin-Techno-Roman „Liebestänze“. Oder wenn die im Kosovo geborene Fatmire Bajramaj erzählt, wie sie in der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen gelandet ist. Umbruch und Neubeginn, bei jedem Einzelnen, ob nun Autor oder literarische Figur, ob bei Sven Hillenkamp, der in „Das Ende der Liebe“ unsere Gesellschaft für liebes- und beziehungsunfähig hält. Oder bei Ralf Bönt, der mit „Die Entdeckung des Lichts“ eine literarische Doppelbiografie über Faraday und Einstein geschrieben hat. Gerrit Bartels

Sony Center, Potsdamer Platz, Do 21. bis So 24.1., 9-21/23 Uhr, Eintritt frei, Reservierung empfohlen unter Tel.: 25 75 57 00

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