LESUNG„Suhrkamp muss Suhrkamp bleiben“ : Mit Ulla unter Wasser

Alexander Leopold

So ein Titel knallt natürlich gut rein: „Suhrkamp muss Suhrkamp bleiben“, bei so einer Veranstaltung scheint man mittendrin zu sein im Gesellschafterstreit um den Suhrkamp Verlag. Und welche Kombattanten treffen wohl an diesem Abend in der Literaturwerkstatt aufeinander: Mitglieder aus der noch amtierenden, aber per Gerichtsurteil abberufenen Geschäftsführung? Vertreter der Barlach- Seite? Mal abgesehen davon, dass es von letzteren nicht gar so viele gibt, ist es dann doch ein wenig unspektakulärer, aber deshalb nicht weniger wichtig. Es sind nicht Peter Handke oder Hans Magnus Enzensberger, die für den Verlag, wie wir ihn seit vielen Jahrzehnten kennen, in die Bresche springen, sondern junge Dichter und Dichterinnen, für die Suhrkamp enorm wichtig ist.

Es sind jene, die auf dem Sprung sind, die mit ihren ersten Gedichtbänden ganz sicher keine Rendite erzielen und bei denen das auch mit einem größeren Bekanntheitsgrad nicht automatisch der Fall sein wird. Saskia Fischer (Foto) zum Beispiel, die 2008 mit ihrem Band „Scharmützelwetter“ viel Anklang bei der Kritik fand. Oder die 1964 in Bukarest geborene Dana Ranga, die mit ihrem 2011 veröffentlichten „Wasserbuch“ die maritime Wortwelt aufschließt. Oder auch der gern einmal als „diskreter Metaphysiker“ bezeichnete Christian Lehnert, einer der eigenwilligsten Dichter seiner Generation. Auch mit dabei sind Alexander Nitzberg und Kerstin Preiwuß, und sie alle lesen aus ihren Gedichten und berichten über ihre besondere Beziehung zum Suhrkamp Verlag. Noch ist Suhrkamp nicht verloren – dass aber alles so bleibt, wie es war, dafür stehen die Chancen eher schlecht. Alexander Leopold

Literaturwerkstatt, Do 24.1., 20 Uhr, 5 €, erm. 3 €

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