LESUNGThomas Kapielski trifft Sascha Kösch und Achim Szepanski : Tausend Schnittstellen

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So ein Treffen muss man wohl Elefantenhochzeit nennen, ein Treffen guter alter Veteranen der Subkultur und der elektronischen Kultur ist es darüber hinaus: Die Zeitung für elektronische Lebensaspekte, „De:Bug“, trifft das Mille-Plateaux-Label, das inzwischen mehr Bücher als Musik veröffentlicht (weshalb es jetzt „Edition Mille Plateaux“ heißt), und die beiden wiederum treffen den hauptsächlich für Theorie und Kunst zuständigen Merve Verlag.

Stellvertretend kommt von der „De:Bug“ Herausgeber Sascha Kösch, auch bekannt als DJ Bleed, von Mille Plateaux der Gründer und Chefideologe Achim Szepanski himself (der 2010 und 2011 gleich drei Romane aus eigener Feder veröffentlichen will), und der Merve Verlag entsendet seinen nicht unbedingt typischsten Autoren: den Schriftsteller, Musiker, Objektkünstler, Zeichner, Dozenten und passionierten Biertrinker Thomas Kapielski (Foto), der zuletzt vor einem späten Auftritt im Ex’n’Pop neun Halbe in zweieinhalb Stunden vertilgte, wie man seinem „Writersblog“ entnehmen kann. Zu den Personalwechseln bei Merve nach Heidi Paris’ Selbstmord und Peter Gentes Emigration nach Thailand steht in Kapielskis 2009 bei Suhrkamp veröffentlichtem Buch „Mischwald“: „Merve für Doofe. Da war ja ich immer zuständig. Jetzt wird im schlauen Bereich des Verlages eine Nachfolge postiert, da Gente davongeht. Da gehe ich auch. Wer aber wird die Nachfolge für Doofe packen?“ Thomas Kapielski ist lieber doch nicht gegangen, schließlich muss man nicht aus jedem seiner Sätze schlau werden. Bei Merve erschien vergangenen Sommer sein Büchlein „Zeitbehälter. Kleine Festordnung“. Gerrit Bartels

Volksbühne/Roter Salon, Sa 20.2, 20 Uhr,

8 €, erm. 6 €

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