Zeitung Heute : Linux, ein PC-System nicht nur für Freaks

PETER ZSCHUNKE (AP)

Preis, Stabilität und Sicherheit machen das von Idealisten entwickelte System attraktiv für Unternehmen und private AnwenderVON PETER ZSCHUNKE (AP)Mit dem Betriebssystem Linux ist am PC eine Utopie Wirklichkeit geworden: Tausende von unabhängigen Programmierern arbeiten seit Jahren an diesem Software-Projekt, das es mit den kommerziellen Betriebssystemen von Microsoft oder IBM aufnehmen kann und aus Prinzip kostenlos bleibt.Wer zum ersten Mal aus der Windows-Welt heraustritt und Linux ausprobiert, braucht Geduld und muß viel lernen.Die Belohnung ist ein neuartiges Arbeiten am PC mit einer großen Zahl verblüffender Vorteile. "Es ist kostenlos, es ist stabil, es ist sicher und es wird ständig weiterentwickelt", sagt der Frankfurter EDV-Techniker Helmut Emelius."Es sieht ganz so aus, daß Linux eine ernsthafte Alternative zu Windows werden kann." Linux ist nicht mehr die Spielwiese verrückter Computerfreaks, sondern wird auch von Unternehmen wie dem Autoverleiher Sixt eingesetzt.Dort laufen Linux-Rechner an den Kundenschaltern von 380 Filialen, die mit ISDN vernetzt sind."Betriebssysteme sind eine Preisfrage, und Linux ist umsonst", sagt der EDV-Leiter von Sixt, Horst Effenberger."Wenn man alles addiert, gehen die Ersparnisse in die Millionen." Auf einem Linux-PC können sich mehrere Benutzer anmelden.Ihre Daten sind vor dem Zugriff anderer geschützt.Damit das System nicht gefährdet wird, läßt Linux keinen direkten Zugriff auf die Hardware zu.Selbst wenn der PC nur von einem Anwender genutzt wird, bewahrt ihn die Arbeit als einfacher "user" davor, versehentlich wichtige Systemdateien zu zerstören. Die Anfänge von Linux reichen in das Jahr 1991 zurück, als der finnische Student Linus Torvalds ein kostenloses Betriebssystem für den neuen 386er Prozessor von Intel entwickeln wollte.Dabei baute er auf Minix auf, einem mit Unix verwandten Betriebssystem.Nach einem halben Jahr Arbeit war die erste Version fertig.Er nannte sie Linux 0.01 und stellte sie im Internet kostenlos zur Verfügung.Andere Programmierer machten auf Fehler aufmerksam, schlugen Verbesserungen vor und entwickelten Linux weiter.Mit der Zeit entstand so ein ausgereiftes Programm, das als PC-Ausgabe von Unix gelten kann, dem System für leistungsstarke Großrechner.Die erste Vollversion, Linux 1.0, kam 1994 heraus.Inzwischen ist die Entwicklung bei Linux 2.1 angekommen. Neue graphische Benutzeroberflächen wie das derzeit entwickelte internationale KDE-Projekt (

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