Zeitung Heute : Literatur: Der neue Schuhbeck - "Hausmannskost für Feinschmecker"

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Ein Wort wie ein Schlag in den Magen: Hausmannskost. Kohlrouladen von Fernfahrerformat, Fett wie gewachsen, Salz und Mehlpampe drauf. Oder nicht? Alfons Schuhbeck, der nach Johann Lafer Allgegenwärtigste, hat es gewagt, ein Buch mit dem Titel "Hausmannskost für Feinschmecker" herauszubringen. Doch schon auf dem Einband glitzert ein subtiles Gemüsegelee, und wir begreifen: Sooo ernst ist das auch nicht gemeint.

Schuhbeck entstaubt vielmehr Traditionsgerichte aus der halben Welt, und so passt dann nicht nur das Schweinekarree mit Knoblauchgemüse ins Konzept, sondern auch eine "Krebssülze im weißen Tomatenmantel", ein Kartoffelgulasch oder gefüllte Gnocchi. Entscheidend ist aber, dass die meisten Rezepte sofort den Will-ich-Nachkochen-Reflex auslösen - angesichts der einfachen und übersichtlichen Machart sind anschließende Erfolgserlebnisse durchaus wahrscheinlicher als bei vielen gerühmten Kollegen Schuhbecks. (Hausmannskost für Feinschmecker, Zabert Sandmann, 136 Seiten, 10,22 Euro).

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