LITERATURORT PRENZLAUER BERGIngo Schulze liest aus „Handy“ : Paradies des Lesens

Gerrit Bartels

Einmal im Jahr ist der Prenzlauer Berg für eine Woche mehr als vermeintlicher Szenebezirk und Stadtviertel mit der höchsten Geburtsrate der Republik: Nämlich dann, wenn die Literaturwoche Prenzlauer Berg beginnt. Wenn zunächst ein Preis ausgelobt wird, der Literaturpreis Prenzlauer Berg, wenn am Sonntag auf dem Kollwitzplatz den ganzen Tag Lesungen stattfinden und die darauf folgende Woche auch. Höhepunkt folgt auf Höhepunkt, wobei naturgemäß das sonntägliche Literaturfest das reichhaltigste Programm bietet und sich an diesem Tag auch Verlage, Buchhandlungen, Antiquariate und Bibliotheken auf der Wörtherstraße vorstellen.

Einer der Stars ist Ingo Schulze, der ein paar Straßenzüge weiter im Bötzowviertel wohnt und aus seinem preisgekrönten Erzählungenband „Handy. 13 Geschichten in alter Manier“ liest. Viel Zeit haben die Autoren alle nicht, jeweils eine halbe Stunde nur. Aber vielleicht lässt Schulze sich ja bewegen, schon mal ein Stück aus seinem neuen Roman vorzutragen. Dieser heißt „Adam und Evelyn“, erscheint am 9. August und ist laut Verlag „eine grandiose Tragikomödie“, die mit dem biblischen Mythos von Adam und Eva spielt. „Adam und Evelyn“ ist aber auch ein Wenderoman, erzählt er doch eine Liebesgeschichte aus dem Spätsommer 1989. Ungarn öffnet die Grenzen, und Schulzes Adam, ein Don Juan wie er im Buche steht, folgt seiner eigentlichen Angebeteten in den Urlaub nach Ungarn – und sie alle müssen sich entscheiden. Entweder sie bleiben bei ihren Leisten und Liebsten. Oder sie geben den Verlockungen nach: der Liebe, dem Westen und so weiter. Gerrit Bartels

Literaturfest am Kollwitzplatz, So 25.5.,

ab 13 Uhr, Eintritt frei; 17 Uhr: Lesung Ingo Schulze

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