Zeitung Heute : Lob für Schröder, Respekt vor Kohl

PARIS/BERLIN (ebo).Der klare Erfolg der SPD ist im Ausland als Beginn einer neuen Ära auch für Europa gewertet worden.US-Präsident Bill Clinton sicherte Gerhard Schröder eine enge Zusammenarbeit zu.Er habe mit ihm im Frühjahr in Berlin und kürzlich in Washington gute Gespräche gehabt, erklärte Clinton am Sonntag.Der britische Premierminister Tony Blair sprach von einem "großen Triumph" für Gerhard Schröder.Er sagte unter Hinweis auf die bereits sozialdemokratisch geführten Regierungen in seinem Land und in Frankreich sowie in anderen europäischen Ländern: "Wir werden tun, was wir können, um ein Europa des Wohlstandes zu schaffen, das über eine wettbewerbsfähige moderne Wirtschaft kombiniert mit einem hohen Maß an sozialer Gerechtigkeit verfügt."

In Frankreich wurde der Wahlsieg der SPD mit Überraschung, aber auch Erleichterung aufgenommen.Staatschef Jacques Chirac griff zum Telefonhörer, um Bundeskanzler Helmut Kohl seine Freundschaft zu versichern.Anschließend beglückwünschte er Schröder.Auch Premierminister Lionel Jospin würdigte die historische Rolle Helmut Kohls bei der deutschen und europäischen Einigung.Der Sozialist hob aber vor allem den Sieg des Sozialdemokraten Schröder hervor.Der Erfolg der SPD zeige, daß Deutsche wie Franzosen "dem Ideal der Modernität und Solidarität" verpflichtet seien.Skeptisch zeigte sich der ehemalige Wirtschaftsminister Alain Madelin.Es bleibe abzuwarten, ob Schröder dem britischen Premierminister Tony Blair oder dem französischen Regierungschef Jospin näherstehe, sagte der liberale Politiker.

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