Zeitung Heute : Maggies Suppe

Tony Blair schwächelt. Warum die britischen Konservativen trotzdem keine Chance haben, bald an die Macht zu kommen. / Von Moritz Schuller

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„Helmut Kohl war kein Ideologe, er hat der CDU kein intellektuelles Erbe hinterlassen. Anders Margaret Thatcher, die den Tories eine Agenda eingeschrieben hat, mit der außer ihr niemand so recht etwas anzufangen weiß. Dieses Erbe wiegt noch immer schwer.“

Die eiserne Lady verfällt. Als vor einigen Wochen der neue Führer der Tories ernannt wurde, meldete sich die Ikone der Partei schon nicht mehr zu Wort. Sie nehme vieles schon nicht mehr wahr, heißt es, und nicht nur den vielen Gegnern Margaret Thatchers wird die Ironie aufgefallen sein, dass die Partei ihr auch auf diesem Weg nachgefolgt war: Die konservative Partei, unter Thatcher unschlagbar, war in den letzten Jahren ebenfalls verdämmert. Ihr Abschied von der Macht vollzog sich in wenigen Schritten: Auf Thatcher folgte 1990 der blasse John Major, unter dem die Tories einmal siegten, dann aber von einem Skandal zum nächsten strauchelten, bis sie 1997 abgewählt, nein, von New Labour demontiert wurden. Seitdem gab es nur noch Tony Blair. Majors glatzköpfige Nachfolger an der Spitze der konservativen Partei, William Hague oder Iain Duncan Smith, wer waren die überhaupt? 13 Jahre nach jenem traumatischen Kraftakt, mit dem die Konservativen ihre eigene Premierministerin aus dem Amt vertrieben, waren sie politisch irrelevant geworden.

Jetzt haben sie einen neuen Mann. Die Frage bleibt die alte: Kann er vielleicht die konservative Partei Englands aus dem eisernen Schatten Thatchers lösen – und zurück an die Macht bringen? Michael Howard ist 62 Jahre alt, ein kleiner Mann mit einem runden Kopf und einem Gesichtsausdruck, den Freunde als Lächeln, Gegner als Grinsen beschreiben. Keine eindrucksvolle oder elegante Erscheinung, die aber eine Energie ausstrahlt, wie sie einem nur ein Vater vererben kann, der als armer Asylsuchender aus Rumänien nach England kam. Howard ist kein pompöser, in Tweed gewickelter „Toff“, wie so viele andere Establishment-Tories, sondern ein Aufsteiger, einer, der in Cambridge studiert und erfolgreich als Anwalt gearbeitet hat, und sich heute noch immer mit Dracula-Witzen herumschlagen muss. Witze, die mit einem feinen Antisemitismus auf seinen jüdisch-rumänischen Stammbaum hinweisen.

Howard ist ein intelligenter und erfahrener Politiker, ein „smooth operator“ des parlamentarischen Systems, ein brillianter Redner, er ist ein Politprofi. Beliebt ist er nicht. Als Innenminister von Thatcher war er ein Mann von Recht und Ordnung, verantwortlich für die unpopuläre Gemeindesteuer „Poll Tax“, er ist Europa-Skeptiker und der Satz „Prison works“ ist ein Satz von ihm. Als der schwarze Türsteher von Ronnie Scott’s, dem legendären Jazzclub im Londoner Soho auf dem Titelblatt des „Evening Standard“ ein Bild von Howard entdeckt, sagt er: „So ein hinterhältiges Schwein. Er hat uns Riesenprobleme wegen der Visa gemacht.“ Der alte Howard hätte das als Kompliment verstanden.

Innerhalb von wenigen Tagen hat der neue Michael Howard die konservative Partei hinter sich vereinigen können. Loyal verteidigte er seinen Vorgänger, als in seinem Büro bereits eine Champagnerflasche wartete. Als hätte jemand mit der Trillerpfeife gepfiffen, schien es, so plötzlich kam eine Partei zur Ordnung, die lange selbstzerstörerischem Wahnsinn verfallen schien; aus „Dracula“ wurde über Nacht ein Heilsbringer. Die Partei, sagte der ehemalige Verteidigungsminister Michael Portillo, verspüre zum ersten Mal wieder so etwas wie Optimismus. Glück kam hinzu, in Form einer lächerlichen Kabbelei zwischen Schatzkanzler Brown und Premier Blair. Ein guter Start für Howard.

Der Optimismus der Konservativen nahm dann fast hysterische Züge an, als es zum ersten Aufeinandertreffen zwischen Howard und Blair im Parlament kam. In der wöchentlichen „Question Time“ griff Howard den Prenierminister an, legte nach, spontan, aggressiv, witzig. Die Freude, die Michael Howard seinen konservativen Abgeordneten mit der souveränen Vorstellung machte, wird sich in Loyalität auszahlen. Und auch auf der „Press Gallery“ war die Freude groß, darüber, dass die Show nun wieder spannender werden könnte. Die Korrespondentin der „Times“ schrieb am Tag darauf: „Innerhalb von Sekunden konnten wir alle sehen und spüren, dass Mr. Howard Mr. Blair gewachsen ist.“

Die konservative Partei suchte und fand Souveränität und Erfahrenheit. William Hague und Iain Duncan Smith waren 36 beziehungsweise 47 Jahre alt, jung genug, um nicht mit der Thatcher-Herrschaft identifiziert werden zu können. Nicht viel mehr sprach für sie. Die Tories wollten mit einer Vergangenheit brechen, die ihnen in den 90er Jahren kaum mehr als eine lange Reihe von Sex-Eskapaden ihrer Regierungsmitglieder eingebracht hatte. Wie jenen Minister David Mellor etwa, der seine Frau am liebsten im Trikot des Fußballvereins Chelsea betrog (in der „Sun“ damals als Fotomontage pflichtgemäß dokumentiert). Das Parteipersonal der Tories, ähnlich wie das der CDU während der langen Machtzeit von Helmut Kohl, hatte sich verbraucht. Thatcher, deren erste Kabinette Talentpools waren, hatte keinen neben sich groß werden lassen, und so wurde nach Major aus der Not Jugend.

Mit Michael Howard greift die Partei auf vergangenes, bewährtes Personal zurück. Dass Howard mit dem Werbeguru Maurice Saatchi jenen Mann zum Parteichef gemacht hat, der Thatchers erfolgreichen Wahlkampf von 1979 geleitet hat, vermittelt in der Partei ebenfalls wohliges Retrogefühl. „Labour isn’t working“ stand auf dem legendären Wahlplakat der Saatchi-Brüder, daran, glauben wenigstens die Tories, hat sich nichts geändert.

Von den Übrigen, die unter Thatcher groß geworden sind, ist nur noch Ken Clarke dabei. Aber auch er, die linke, proeuropäische Karte der Tories, die nie gespielt wurde, hat Howard seine Unterstützung zugesagt. Michael Portillo, ein schillernder, zuletzt moderater Tory, der Howard hätte gefährlich werden können, wird bei der kommenden Wahl nicht mehr antreten. Howards Spielraum, die Partei neu aufzustellen, ist größer als bei allen bisherigen Nachfolgern Thatchers.

Dieser konservativen Aufbruchsstimmung steht ein Tony Blair gegenüber, der den Scheidepunkt seiner politischen Macht mit dem Irakkrieg erreicht haben könnte. Er ist blass geworden, zweimal in wenigen Monaten musste er ärztlich behandelt werden, die Folgen werden überschminkt. Auch die Partei, die er mit einem großen Kraftakt auf den Krieg hat einschwören können, leistet mehr und mehr Widerstand, zuletzt bei seinem Plan, Studiengebühren einzuführen. Inzwischen überlegt sogar Rupert Murdoch laut, bei den nächsten Wahlen Howard zu unterstützen. Sein Massenblatt „Sun“ hatte 1997 den Lesern Labour nahe gelegt und damit eine Grundlage für den Sieg Blairs gelegt. Der Premierminister, so nennt man es wohl, ist angeschlagen.

Natürlich versuchte Blair im ersten Rededuell das Retrohafte Howards als Rückkehr zur Thatcher-Ära zu entlarven. „Poll Tax“ rief er zweimal in das vollgepackte Parlament, und in der Tat gab es keinen größeren innenpolitischen Fehler Thatchers als die verhasste Steuer. Blair blickte seinem neuen konservativen Gegenspieler ins Gesicht und rief: „Same old people, same old policies, same old Tories!“ Doch Howard war vorbereitet. „Ich bin jederzeit bereit, mit dem Premierminister über die Vergangenheit zu reden“, rief er und präsentierte dann Zitate aus vergangenen Zeiten, in denen Blair die Gewerkschaften lobte und den Staatsterrorismus der USA geißelte. Jubel bei den konservativen Hinterbänklern.

„Die Partei“, sagt Douglas Hurd, „hat sich nach Thatcher nicht die Zeit genommen, nach vorne zu blicken.“ Lord Hurd ist ein großer Mann mit weißem, kaum zu bändigendem Haar, der so distinguiert stottert wie es seine lange Karriere verdient. Er war Innenminister unter Thatcher, Außenminster unter Major und gehört inzwischen zu den alten Weisen der Partei. Er vertritt sie im Oberhaus und arbeitet nebenbei in der Londoner City für eine Bank. Hurd ist Pragmatiker, ein Zentrist, dem das Missionarische von Thatcher immer fremd war. Wenige Tage nach Howards Inthronisierung sitzt Hurd in seinem Büro nahe der Liverpool Street Station und trinkt Tee und spricht von Defiziten, die seine Partei habe. „Auf dem Land stehen wir besser da denn je. Wir müssen uns aber in den großen Städten neu erfinden.“ Die Jungen wählen nicht mehr Tory, die Frauen nicht, die Minderheiten auch nicht. Das, sagt Hurd, sei aber längst erkannt, die Hinwendung zu den sozialen Themen wie Erziehung, Gesundheit, öffentlicher Nahverkehr schon vollzogen. Gleichwohl räumt er ein: „Vor uns liegt ein großer Hügel.“

Was für ein Hügel ist das? Die Partei habe sich an den rechten Rand begeben, sagt Will Hutton, Kolumnist für den linken „Observer“. Thatcher und die Folgen beschreibt er als eine bewusste Radikalisierung. Als eine ideologische Neuausrichtung, denen die amerikanischen Republikaner mit ihrer Metamorphose zu einer fundamental konservativen Partei als Vorbild dienten. „Die wählen nur jemanden, der gegen Europa ist“, sagt Hutton über die konservativen Parlamentarier. Es zeige sich aber, dass Großbritannien Europa näher sei als den Vereinigten Staaten, vor allem konsensualer. „England ist in Wahrheit strukturell ganz europäisch“, sagt Hutton. Die Konservativen hätten sich freiwillig ins politische Exil begeben.

Douglas Hurd hält nicht viel von Huttons Vorwurf, die Tories befänden sich auf einem ideologischen Kriegspfad. Hurd, der Zweifel am Irakkrieg hatte, weist auch auf Howards breiteres, das soll wohl heißen: kritischeres Verständnis von Amerika. Haben die Tories mit Howard also eine Chance, die nächsten Wahlen zu gewinnen? Lord Hurd ist zurückhaltend: „It remains to be seen.“

Europa weckt in England schon lange nicht mehr die xenophobischen, antibürokratischen Reflexe wie in den 80er Jahren. „Europa“ ist inzwischen eher zum Synonym für „Sozialdemokratie“ geworden, für eine Politik, die weit entfernt ist vom Individualismus des Thatcherismus. Thatcher hatte ihrer Partei einen Konservatismus aufgedrückt, der ihr bis dahin unbekannt war und dem die Partei folgte, weil er lange so erfolgreich war. Doch mit diesem Anknüpfen an eine Tradition, die ihre Wurzeln im ökonomischen Liberalismus des 19. Jahrhunderts hat, gaben die Tories unter der Kaufmannstochter den Anspruch auf, eine „one-Nation“-Partei zu sein – eine Partei, in deren Programm sich die gesamte Bevölkerung wiederfinden kann. Auch hier wird der Unterschied zur konservativen Epoche in Deutschland deutlich: Helmut Kohl war kein Ideologe, er hat der CDU kein intellektuelles Erbe hinterlassen. Anders Margaret Thatcher, die den Tories eine Agenda eingeschrieben hat, mit der außer ihr niemand so recht etwas anzufangen weiß. Dieses Erbe wiegt noch immer schwer, und so ist es kein Wunder, dass die Loslösung auch nach all diesen Jahren noch immer nicht abgeschlossen ist.

Kurz vor seinem Tod in diesem Jahr kritisierte Denis Thatcher noch einmal John Major (den seine Frau anfangs unterstützt hatte): Er sei ein grässlicher Premier gewesen, der die Partei in eine Serie von schrecklichen Niederlagen geführt habe. „Es wäre sehr gut gewesen, wenn wir die Wahl nach dem Abtritt von Margaret verloren hätten. Wenn Major verloren hätte, würden wir uns nicht in dieser disaströsen Lage befinden.“

John Major war in der Tat kein eindrucksvoller Premier, aber er ist nicht nur an seinen Unzulänglichkeiten gescheitert, sondern am politischen Erbe seiner Vorgängerin. Dazu gehörte eine Partei, die – wie sie selbst – Freude an der Orthodoxie gefunden hatte. Michael Howard hat eine Chance, sagt Will Hutton, wenn er mit dieser Orthodoxie bricht, wenn er die Partei wieder an Europa heranführt. Dem stimmt auch Max Hastings zu, der ehemalige Chefredakteur des konservativen „Daily Telegraph“: „Die Tories werden erst dann wieder wählbar sein, wenn sie einen Führer gefunden haben, der den Briten eine Zukunftsvision bieten kann, keine der Vergangenheit. Großbritannien ist heute ein sozialdemokratisches Land.“

Mit überraschender Leichtigkeit haben sich die Tories in den vergangenen Wochen neu aufgestellt. Die Ablösung war in den Hinterzimmern gut vorbereitet worden. Michael Howard und sein radikal verkleinertes, schlagkräftiges Schattenkabinett werden eine effektive, aggressive Opposition darstellen, zum ersten Mal seit vielen Jahren. Howard wird die Organisation der Partei verbessern, ihr Mut zurückgeben. Aus der alten, ungeliebten Parteizentrale will er ausziehen. Er will einen Neuanfang „aus der Mitte“. Doch wo kann sich für diese Partei die Mitte heute befinden? Die Todesstrafe, deren Wiedereinführung der Innenminister von Howards Schattenkabinett kürzlich gefordert hat, gehört vermutlich nicht dazu.

Der neue britische Oppositionsführer muss sich vor allem zwei Themen stellen: der Neuordnung der sozialen Systeme, von der staatlichen Gesundheitsversorgung bis hin zur Londoner U-Bahn. Und er, der Europaskeptiker, muss für seine Partei eine verbindliche Europapolitik entwerfen. Doch der Nutzen, den Howard aus Blairs Unglaubwürdigkeit in Sachen Europa hätte ziehen können, ist ihm zwischen den Fingern zerronnen: Mit der Forderung nach einem Referendum zur EU-Verfassung wollte er Blair in die Knie zwingen. Nach dem (auch von Blair eingefädelten) Scheitern der europäischen Verfassung wird dieses Thema frühestens nach der nächsten Wahl in Großbritannien aufkommen. Zu spät für Howard.

Und bei dem anderen Thema, das das marode, aber populäre Gesundheitssystem umfasst, die maroden und unbeliebten Verkehrssysteme des Landes, alles teure, aber dringend notwendige Projekte, ist eine eigene konservative Position derzeit nicht auszumachen. Howard wird mehr tun müssen, als die Regierung brillant im Parlament vorzuführen. Viel inhaltlichen Platz wird ihm Tony Blair dabei nicht lassen.

Vor allem muss er die Tories wieder sexy machen, mainstreamig, attraktiv, in anderen Worten: mehrheitsfähig. Und wie weit die Partei davon entfernt sind, weiß keiner besser als der Werbeguru Maurice Saatchi. Die Marke „Tory“ müsse „dekontaminiert werden“, sagt er. Mr. Cool, wie der 57-Jährige genannt wird, der für seine eulenäugigen Brillen bekannt ist, muss ein Produkt, das in weiten Teilen der Bevölkerung auf große Ablehnung stößt, wieder gesellschaftsfähig machen. Dazu gehört mehr als eine programmatische Neuausrichtung und die Weichzeichnung des ehemals harten Howard. Noch immer gelten die Jahre Thatchers, von deren Reformen New Labour heute profitiert, als Jahre des Grauens. Wollen sie gewinnen, müssen Howard und Saatchi vor allem die Definitionsmacht über diese Epoche zurückgewinnen. Beide sind dazu gut geeignet, sie waren lange genug selbst Teil von ihr. „Thatcherism with a heart“, ein Thatcherismus mit Herz, wird ihm nahe gelegt, als ob es so leicht sei: an die frühen Jahre Thatchers anzuknüpfen und die späten endgültig vergessen zu machen.

In knapp zwei Jahren muss in England gewählt werden; im Moment sieht das Kräfteverhältnis so aus: Labour hat 408 Abgeordnete, die Konservativen 163. Mit Michael Howard haben die Tories wieder eine Chance, dieses dramatisch eindeutige Verhältnis zu ihren Gunsten zu verbessern. Sie haben sogar eine gute Chance, wenn der Streit zwischen Blair und Gordon Brown eskaliert, wenn die Situation im Irak unerträglich wird, wenn der Stern Blairs weiter sinkt. Wenn, in anderen Worten, Labour die nächste Wahl aus eigenem Versagen verliert. Howard selbst wird es vermutlich nicht schaffen: Am Tag nach seiner Wahl veröffentlichte der „Independent“ eine Umfrage, nach der die Konservativen innerhalb von einer Woche drei Prozentpunkte verloren hatten.

Auch wenn die Zeit bis zur Wahl noch lang ist: Michael Howard, der Friedensstifter der Partei, wird bei der nächsten Wahl ein ehrenwertes Ergebnis erzielen, aber verlieren. Es ist unwahrscheinlich, dass er je Premierminister von Großbritannien wird. Seine historische Leistung wird darin bestehen, die Tories endgültig in das Post-Thatcher-Zeitalter geführt zu haben. Die nächste Generation der Konservativen, jene, die endgültig nicht mehr an die Vergangenheit gebunden ist, wird dann bereit stehen.

Auf Seite S3 porträtieren wir Alastair Campbell, den langjährigen Berater von Tony Blair.

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