Zeitung Heute : „Masterplan Museumsinsel bleibt gültig“ Generaldirektor

Eissenhauer im Interview.

Berlin - Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, hält am Masterplan Museumsinsel fest. Im Tagesspiegel wirbt er für das Langzeitziel einer Gesamtpräsentation der Kunst bis 1900 auf der Museumsinsel. „Die Zusammenführung von Gemäldegalerie und Skulpturensammlung halten wir nach wie vor für ideal, das gebietet schon die Verantwortung gegenüber unserer Sammlungsgeschichte“, sagte Eissenhauer. Über die Neuordnung der Berliner Museumslandschaft war es 2012 zum Streit gekommen. Die im August 2013 veröffentlichte Variantenuntersuchung empfahl den Verbleib der Alten Meister in der Gemäldegalerie am Kulturforum und stattdessen einen Neubau für die Kunst des 20. Jahrhunderts hinter der Neuen Nationalgalerie. Dazu sagte Eissenhauer, Präferenz habe jetzt „die überfällige Definition eines Ortes für die Kunst der Moderne, selbst wenn die Umsetzung der großen Lösung damit zeitlich ins Hintertreffen gerät“.

Zur Debatte um die städtische Brache am Kulturforum betonte der 57-Jährige, es sei nicht die Aufgabe der Museen, urbanistische Probleme zu lösen. „Aber wir beteiligen uns gerne und aktiv an der Diskussion.“ Eissenhauer wirbt außerdem für das Humboldt-Forum und die umstrittene Unterbringung der außereuropäischen Sammlungen im Schloss. „Die Begründung Berlins als Stadt der Wissenschaften, die enge Verzahnung zwischen Universität und Museum – für all das steht das Schloss.“ Die außereuropäischen Sammlungen seien „Teil eines Kosmos, der in seiner Gesamtheit wahrzunehmen“ sei, gemeinsam mit den alten europäischen Kulturen. Zu der Forderung, ethnologische Objekte müssten nach Afrika zurückgegeben werden, sagte Eissenhauer, die Problematik der Herkunft vieler Objekte sei ihnen bewusst. Man werde das angemessen im Humboldtforum thematisieren. chp

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