Zeitung Heute : Matte Zitate: Kalinka, maja. Pro 7.

Peter M. Hetzel

Wenn aus einem russischen Atomwaffenlager Plutonium gestohlen wird, dann landet der Koffer mit dem radioaktiven Material zwangsläufig in der Hauptstadt. Glasklar ein Fall für die Sondereinheit "OK" (Organisierte Kriminalität), der ein Mitstreiter abhanden kommt, denn die Russische Mafia agiert nach dem Motto Geisel gegen Informationen, was allerdings ein bezeichnendes Licht auf die Logistik der Gangster wirft. Das diesem eher konventionellen Plot eine gewisse Monotonie innewohnt, auch wenn sich im Laufe der Handlung die Zahl der Informanten, Verräter und Dunkelmänner drastisch erhöht, erscheint zwangsläufig.

Zwar hat der Produzent Otto Meißner zum Start der Kriminalserie vor vier Jahren "San Francisco ist weit, Berlin ist nah" verkündet, aber das ist noch lange kein Grund die Protagonisten zu provinziellen Karikaturen zu degradieren. Allen voran Martin Semmelrogge, der sich für einen "normalen Computerbullen" hält, dafür aber mit dem Charisma eines Lötkolbens gesegnet ist. Auch der Schauspieler Dietrich Mattausch verkörpert den Vorgesetzten der wackeren Kämpfer nur noch als mattes Zitat seiner Rolle in der "Fahnder"-Serie. Ansonsten bemüßigen sich die Protagonisten in extenso der Fäkalsprache und lassen die Fäuste respektive die Waffen sprechen. Der Showdown wird demnach einigermaßen furios gestaltet, wesentlich mehr bietet dieser Film in der Regie von Michael Lähn aber nicht.

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