Zeitung Heute : Maxim Biller, Schriftsteller

WAS ICH MAG WAS ICH NICHT MAG

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Befragt von Beatrix Schnippenkoetter

1. Beim Aufwachen:

Kurz danach: mein Nutellabrot.

2. Beim Lesen:

Zu vergessen, dass ich lese.

3. Beim Schreiben:

Fertig zu sein.

4. An Berlin:

Die Bar 103 und das neue Hasir in der Adalbertstraße.

5. An meiner Wohnung:

Dass alle, die mich besuchen, nicht mehr gehen wollen.

6. An der Liebe:

Sex am Anfang, Gespräche in der Mitte, Tränen am Ende.

7. An Prag:

Den Frühling, der schon im Mai zum Sommer wird.

8. An Kindern:

Vielleicht alles.

9. An Freunden:

Dass sie die Geschwister sind, die man sich aussuchen kann.

10. Und sonst…:

Schatten im Sommer, Filme ohne Untertitel, alles von Hemingway.

1. Beim Telefonieren:

Leute, die jedes Mal das ganze Leben abhandeln wollen.

2. Beim Lesen:

Bücher, bei denen zwischen den Zeilen nur Luft ist.

3. An Utopien:

Dass sie der Wirklichkeit entfliehen, statt sie zu verändern.

4. Beim Essen:

Feinschmecker an meinem Tisch.

5. An meiner Wohnung:

Dass noch nicht die Richtige ihr Armband hier vergessen hat.

6. An der Liebe:

Tut mir Leid, absolut keine Einwände.

7. An Prag:

Zu wenig kosmopolitisch.

8. An Kindern:

Manchmal ihre Eltern.

9. An Freunden:

Dass man sich auf sie nicht verlassen kann.

10. Ein Satz, den ich nie wieder hören möchte:

Lass uns morgen in Ruhe darüber sprechen.

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