Medizintechnik : Forschung und Wirtschaft gut vernetzt

Im Imaging Netzwerk Berlin haben sich kleinen und mittelständischen Unternehmen und Forschungseinheiten wie die Charité zusammen geschlossen.

Harald Mylord D

Nicht-invasive bildgebende Verfahren stellen zweifellos eine Schwerpunkttechnologie in der Medizin dar und haben für zahlreiche medizinische Kernthemen wie Onkologie, Kardiologie, Neurologie sowie Gastroenterologie eine herausragende Bedeutung. Der enorme Wissenszuwachs über molekulare Ursachen von Erkrankungen ermöglicht eine gezielte Entwicklung von spezifischen Kontrastmitteln und bildgebenden Modalitäten, die bereits molekulare Veränderungen abbilden und quantifizieren können. Diese Technologie, die mit dem Begriff Molekulare Bildgebung umschrieben wird, gilt unter Ärzten und Wissenschaftlern als zentrales Zukunftsfeld der Medizin. Mit dieser Technologie lassen sich krankhafte Veränderungen früher und genauer erkennen und behandeln.

Berlin besitzt in diesem Bereich ein hohes innovatives Potenzial. Daher wurde die Bildgebung auch als eine Säule des Berliner Masterplanes Medizintechnik ausgewählt. Das zum 1. September 2006 unter der Koordination von TSB Medici gegründete „Imaging Netzwerk Berlin“ (INB) stellt eine gelungene Mischung aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, Forschungseinheiten der Charité, des Deutschen Herzzentrums, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und der Vivantes-Kliniken dar. Weitere Partner sind die Unternehmen Siemens, Philips und Bayer Schering Pharma. Im interdisziplinären Imaging Cluster werden alle wichtigen Akteure integriert und eine höhere Abdeckung der Wertschöpfungskette in Berlin erreicht.

Gelungen ist auch die Verzahnung des INB mit dem Zukunftsfonds Berlin. So arbeiten zum Beispiel in dem Projekt „Entwicklung von innovativen Instrumenten und therapeutischen Methoden für die medizinische Anwendung in der offenen Hochfeld-Magnetresonanztomographie (MRT)“, dessen integraler Bestandteil der offene MRT ist, sieben Unternehmen, vier Centren der Charité sowie eine weitere Klinik und eine Forschungseinrichtung zusammen. Erste Ergebnisse dieses Projektes wurden von den Unternehmen Somatex GmbH und MGB GmbH auf der Medica 2008 präsentiert. Weiterhin fördert der Zukunftsfonds auch das Molecular Imaging des Schlaganfalls.

Es ist dem INB gelungen, die bundesweite Konferenz „Molekulare Bildgebung 2009“ in Kooperation mit dem Interdisziplinären Netzwerk Molekulare Bildgebung nach Berlin zu holen. Sie findet vom 18. bis 20. Juni 2009 im Lehrgebäude der Charité, Campus Virchow-Klinikum statt. Die Tagung eröffnet die Möglichkeit, die Potenziale Berlins in der Molekularen Bildgebung zu präsentieren und sich als ein führender Standort zu positionieren.Harald Mylord

Der Autor ist Koordinator des Imaging Netzwerk Berlin

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